ETH-Insider erklärt Welle von Abgängen bei der Ethereum Foundation

Ein langjähriger Investor und prominentes Mitglied der Ethereum-Community hat die Besorgnis über die jüngsten Abgänge bei der Ethereum Foundation (EF) zurückgewiesen. Er betont, dass das Engagement der Organisation für das Netzwerk weiterhin stark ist.
Ryan Berckmans, der seit acht Jahren in der Ethereum-Welt tätig ist, verteidigte die aktuelle Ausrichtung der EF und erklärte, dass die Abgänge nicht auf einen Vertrauensverlust in Ethereum zurückzuführen seien.
Abgänge durch Meinungsverschiedenheiten verursacht
Laut Berckmans wird die Situation missverstanden.
“The EF departures are not because the people departing feel differently about Ethereum and our trajectory vs. the people staying at EF or vs. community folks like me,” he wrote.
Die Abgänge seien vielmehr durch interne Meinungsverschiedenheiten über Teilstrategien und einen bewussten Generationswechsel bedingt.
“Some folks disagreed. Some tiny number were asked to leave for Reasons. Some few others left immediately due to Reasonable Net Feelings. Some more are leaving because the Wheel is Turning,” he explained.
Berckmans fügte hinzu, dass neue, jüngere Mitwirkende bereit sind, Führungsrollen zu übernehmen. Er ging auch auf die Kritik ein, dass die EF und Vitalik Buterin dem ETH-Preis keine Bedeutung beimessen, und bezeichnete dies als Missverständnis.
Seiner Meinung nach sei ihnen der Preis wichtig, jedoch mit einem viel längeren Zeithorizont als bei den meisten Community-Mitgliedern.
“They want to know, ‘How will Ethereum remain dominant after quantum computers?’ and, ‘How will Ethereum be the world’s economic hub for trillions in assets and thousands of L2s across a hundred countries?’”
Er schlussfolgerte, dass solche Fragen nur gestellt werden können, wenn man an die Erreichbarkeit dieser Ziele glaubt, und dass die Programme der EF in diesem Zusammenhang „gigabullish“ seien.
Vier prominente Mitwirkende verließen die EF innerhalb von vier Wochen
Zu den Abgängen gehören Carl Beek, Julian Ma, Barnabé Monnot, Tim Beiko, Trent Van Epps, Josh Stark und der ehemalige Co-Geschäftsführer Tomasz Stańczak. Besonders Stańczaks Abgang erregte Aufmerksamkeit, da er erst 11 Monate zuvor die Rolle übernommen hatte. Vier der prominenten Abgänge ereigneten sich innerhalb von etwa vier Wochen im April und Mai.
Eine detaillierte Analyse des Krypto-Forschers Nick Sawinyh wies auf unbestätigte Behauptungen hin, dass Mitarbeiter gebeten wurden, sich formell mit dem neuen Mandat der Foundation zu identifizieren. Die EF hat diese Behauptungen jedoch nicht öffentlich bestätigt, und keiner der Abgänge nannte das Mandat als Grund für seinen Rücktritt.
Der Fokus liegt auch auf dem kommenden Glamsterdam-Upgrade für Ethereum, das sich noch in der Testphase befindet. Das Protokoll-Update umfasst Änderungen im Bereich Skalierung und Validator-Infrastruktur, obwohl einige erwartete Funktionen, wie FOCIL und native Kontoabstraktion, auf einen späteren Upgrade-Zyklus verschoben wurden.
Trotz dieser Entwicklungen glauben viele Ethereum-Unterstützer, dass das gesamte Ökosystem nun in der Lage ist, Führungswechsel zu verkraften, ohne das Netzwerk als Ganzes zu gefährden. Autor William Mougayar beschrieb die schrumpfende Rolle der Foundation als bewussten Versuch, den verbleibenden zentralen Kontrollpunkt von Ethereum zu entfernen, anstatt als Zeichen eines institutionellen Niedergangs.

