Erdbeben vor Kamtschatka: Tsunami-Warnungen für den Pazifik
Ein massives Erdbeben der Stärke 8,8 im Meer vor der russischen Halbinsel Kamtschatka hat eine Kette von Tsunami-Warnungen in der pazifischen Region ausgelöst. Zahlreiche Länder, darunter Japan, China und die Philippinen, wiesen ihre Bürger auf drohende meterhohe Flutwellen hin. Auch Regionen der USA, wie Hawaii und die Westküste sowie Teile Lateinamerikas, wurden in Alarmbereitschaft versetzt.
Auf Kamtschatka kam es zu Verletzten und Sachschäden. In vielen betroffenen Gebieten wurden die Warnungen nach einigen Stunden vorsichtig zurückgenommen, so unter anderem auch in Russland. Glücklicherweise blieben gravierende Schäden weitgehend aus. Eine Ausnahme bildet die russische Hafenstadt Sewero-Kurilsk, die unter schweren Überschwemmungen litt.
Laut der US-Erdbebenwarte USGS ist dieses Beben das stärkste weltweit seit der Fukushima-Katastrophe 2011. Sein Zentrum lag in der offenen See, etwa 130 Kilometer von der Küste Kamtschatkas entfernt. Dutzende Nachbeben, von denen einige Stärken über 5 erreichten, schreckten die Region weiter auf.
Mehrere Verletzungen wurden von Kamtschatka gemeldet, wobei die Patienten medizinisch versorgt wurden. Dramatische Szenen spielten sich in Orten wie Petropawlowsk-Kamtschatski ab, wo Menschen in Panik nach draußen flohen und ein Kindergarten beschädigt wurde. Der lokale Gouverneur lobte mutige Ärzte, die trotz der Erschütterungen ihre Arbeit fortsetzten.
Auf den Kurilen-Inseln führten bis zu fünf Meter hohe Tsunami-Wellen zu Überschwemmungen. Der Sachalin-Gouverneur betonte jedoch, dass die größten Schäden abgewendet werden konnten, wobei die Tsunami-Warnsysteme effektiv waren. In Japan verursachten Flutwellen von über einem Meter Höhe nördlich von Fukushima erneute Evakuierungen.
Besonders im Hinblick auf die Vergangenheit des Atomkraftwerks Fukushima war die Vorsicht geboten. Unternehmen wie Tepco reagierten umgehend, wobei sämtliche Arbeiter das Gelände sicher verließen. Auch Hawaii ergriff präventive Maßnahmen, und Teile der US-Westküste sowie Kanada blieben in Alarmbereitschaft.
Glücklicherweise wurden bis dato größere Katastrophen verhindert, was größtenteils den effektiven Frühwarnsystemen zugeschrieben wird. Der Vorfall ruft in vielen asiatischen Ländern Erinnerungen an den verheerenden Tsunami von 2004 hervor. Doch trotz der Anspannung herrscht vielerorts Erleichterung darüber, dass das Schlimmste diesmal vereitelt werden konnte.

