Wintereinbruch legt Schienenverkehr lahm: Bahn würfelt Fahrpläne neu
Ein unerwartet heftiger Wintereinbruch hat den Bahnverkehr in Norddeutschland erheblich beeinträchtigt und die Reisemöglichkeiten auf mehreren wichtigen Fernverkehrsstrecken quasi eingefroren. Die winterlichen Verhältnisse erzwangen die Stilllegung der Ost-West-Verbindung von Berlin über Hannover ins Ruhrgebiet sowie der Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt. Reisende können alternativ die Route Hamburg–Frankfurt über Bremen und Köln nutzen, allerdings enden Züge nach Hamburg über Fulda und Kassel vorzeitig in Frankfurt. Die Bahn empfiehlt den Fahrgästen, ihre Reisepläne kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Neben den genannten Hauptstrecken sind auch die Verbindungen zwischen Hannover und Amsterdam sowie Hamburg und Kopenhagen außer Betrieb. Im Regionalverkehr schnellt das Angebot nur langsam hoch, doch vielerorts stehen die Züge nach wie vor still. Ursächlich für die Störungen sind laut Bahnsprecherin Schneewehen auf geräumten Gleisen sowie zugefrorene und blockierte Weichen. Das Technische Hilfswerk (THW) ist auf Hochdruck im Einsatz, um die Zugänge zu Bahntunneln freizuräumen, während Sicherheitstests vor der Wiederaufnahme des Fernverkehrs andauern.
Wintersturm „Elli“ hinterlässt ein Chaos an Straßen und Schienen, insbesondere in Norddeutschland und Teilen des Ostens. Während der Süden des Landes eines der letzten bastionhaften Rückzugsgebiete für Winterurlauber bleibt, demonstriert der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf, dass ein weiteres Tiefdruckgebiet mit stärkerem Schneefall droht. In den Bergregionen, insbesondere im Schwarzwald und Allgäu, werden bis zu 50 Zentimeter Neuschnee erwartet, sehr zur Freude der Wintersportler.
Meteorologen erwarten für Sonntag beruhigtere Wetterlagen mit sonnigen Abschnitten und trockenem Wetter im Nordosten und Westen. Eine rasche Entspannung ist jedoch nicht in Sicht: In der Nacht auf Montag könnte eine Warmfront den Westen Deutschlands erreichen, deren Auftauen Gefriergefahr bei Regen mit sich bringt. DWD-Meteorologe Thore Hansen warnt vor verbreitetem Glatteis, insbesondere in der Südwesthälfte Deutschlands, während die Nordosthälfte teils mit weiteren Schneefällen oder gefrierendem Regen rechnen muss.
Die Ausnahmesituation ist jedoch nicht auf Deutschland beschränkt: Frankreich sieht sich mit Stromausfällen aufgrund von Kälte und vorsorglich abgeschalteten Atomkraftwerken konfrontiert, Russland kämpft, insbesondere in Moskau, mit zahlreichen Flugausfällen, und in Großbritannien verzeichnet der Wintereinbruch tragische Opferzahlen.

