Deutschland verstärkt militärisches Engagement in Island
Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius hat mit einem Besuch in Island die militärische Zusammenarbeit mit dem Nato-Partner intensiviert. Durch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung in Reykjavik soll die Partnerschaft insbesondere im Bereich der maritimen Logistik gestärkt werden. Diese Vereinbarung sieht vor, dass die Bundeswehr künftig einen strategisch bedeutenden Anlaufpunkt für Kampfschiffe, U-Boote und Versorger haben wird. Island übernimmt aufgrund seiner geografischen Lage eine Schlüsselrolle als logistisches Drehkreuz zwischen Europa und Nordamerika sowie als Eingang zur Arktis.
Pistorius unterstrich dies bei seinem Besuch der Nato-Basis Keflavik, wo er sich über die dort stationierten US-amerikanischen Aufklärungsflugzeuge und die isländischen Unterwasserdrohnen informierte. Geplant ist zudem, deutsche Seefernaufklärer des Typs P-8A Poseidon zeitweise in Island zu stationieren. Die erhöhte militärische Präsenz wird durch die geopolitischen Entwicklungen notwendig, betonte Pistorius. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen mit Russland und dessen wachsender Präsenz in der Arktis, sei es von entscheidender Bedeutung, die kritische maritime Infrastruktur zu schützen.
Auch seitens Islands, das selbst über kein eigenes Militär verfügt, wurde die Kooperation mit Deutschland als essenziell für die Sicherheit in der Region angesehen. Zusätzlich zu den militärischen Überlegungen spielen der Klimawandel und die dadurch leichter zugänglichen Seewege eine Rolle bei der Intensivierung der Zusammenarbeit im hohen Norden. Die verstärkete Kooperation im Rahmen der Nato wird durch die jüngsten Erweiterungen des Bündnisses abgerundet, wobei Finnland und Schweden als neue Mitglieder ebenfalls zum gemeinsamen Schutz der arktischen Region beitragen. Am Ende seines Island-Besuchs, der Teil einer mehrtägigen Reise war, nahm Pistorius die Gelegenheit wahr, die Bedeutung des Schutzes vor hybriden Bedrohungen und der Sicherheit von Internetkommunikation zu betonen und setzte seine Reise nach Kanada fort.

