Deutsche Pfandbriefbank im Strudel der Börsenkurse: Analysten als Spielmacher?
Der Abstieg der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) an der Börse hält unvermindert an und sorgt weiterhin für Gesprächsstoff unter Investoren. Nachdem die Aktie bereits am Montag dramatisch einbrach, setzte sich der negative Trend auch am Dienstag fort. Die Ursachen sind unklar, doch eine Herabstufung der Aktie durch das Analysehaus Kepler Cheuvreux könnte eine Rolle spielen. Unterdessen ziehen 18 auf Leerverkäufe spezialisierte Firmen die Aufmerksamkeit auf sich, da sie die PBB auf ihrem "Shortselling-Radar" haben. Diese Unternehmen spekulieren darauf, dass der Kurs weiter fällt, um daraus Kapital zu schlagen. Der Gesamtanteil ihrer Leerverkaufspositionen liegt aktuell bei 9,08 Prozent.
Am späten Vormittag stürzte der PBB-Kurs um weitere 6 Prozent ab, auf 3,93 Euro. Der Kurs fiel zuvor kurzfristig auf 3,75 Euro, den tiefsten Stand seit März 2024. Dabei war die Aktie bereits am Montag um bis zu 17 Prozent gesunken, ohne dass ein eindeutiger Auslöser erkennbar war, und ging mit einem Verlust von über 8 Prozent aus dem Handel.
Am Dienstag veränderte die Einschätzung von Tobias Lukesch, Analyst bei Kepler Cheuvreux, das Bild weiter. Er stufte die Aktie in Erwartung der am 13. November anstehenden Quartalszahlen von "Hold" auf "Reduce" herab. Die Prognosen für das Ergebnis je Aktie in den Jahren 2025 bis 2027 wurden aufgrund höherer Finanzierungskosten und Risikovorsorge revidiert.
Das Kursziel wurde um 25 Prozent gesenkt und beträgt nun 4 Euro – das niedrigste unter den von Bloomberg erfassten Prognosen. Metzler-Analyst Jochen Schmitt senkte ebenfalls seinen Daumen und das Kursziel auf 4,10 Euro. Er rechnet für das dritte Quartal mit einem Rückgang des Zinsüberschusses um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Quote notleidender Kredite könnte von 5,7 Prozent im Juni auf fast 6 Prozent gestiegen sein.
Schmitt prognostiziert zudem, dass Rückstellungen für Kreditausfälle im kommenden Jahr auf hohem Niveau bleiben werden, was die Eigenkapitalrendite 2025 stark negativ beeinflussen dürfte, während sie in den folgenden Jahren nur schwach positiv ausfallen könnte. Citigroup-Analyst Borja Ramirez Segura identifizierte eine weitere Schwachstelle: Die geringe Liquidität der Aktie, die rasch zu volatileren Kursbewegungen führt.

