Deutsche Autohersteller verlieren Marktanteile im internationalen Vergleich
Umsatzrückgang der deutschen Hersteller
Die deutschen Automobilhersteller sehen sich zu Beginn des Jahres 2023 mit einem spürbaren Umsatzrückgang konfrontiert. Laut einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die die 19 größten Automobilproduzenten weltweit untersucht hat, sanken die Umsätze von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW im ersten Quartal um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Gegensatz dazu konnten die betrachteten Hersteller insgesamt einen Umsatzanstieg von 1,7 Prozent verzeichnen.
Besonders bemerkenswert ist das Wachstum der europäischen Wettbewerber Stellantis und Renault, die ein Plus von 6,7 Prozent erzielen konnten. Auch US-Hersteller wie Ford, General Motors und Tesla verzeichneten einen Anstieg von fünf Prozent, während die japanischen Autobauer um 4,3 Prozent zulegten. Im Gegensatz dazu mussten die chinesischen Autohersteller einen Rückgang von 1,4 Prozent hinnehmen.
Operativer Gewinn unter Druck
Die Situation wird durch die Entwicklung des operativen Gewinns (EBIT) noch komplizierter. Dieser fiel insgesamt um 32,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, wobei Sondereffekte, wie die massiven Abschreibungen des japanischen Herstellers Honda auf E-Autos, eine Rolle spielten. Für die deutschen Hersteller betrug der Rückgang 23,3 Prozent, während die chinesischen Unternehmen sogar ein Minus von 43,4 Prozent verzeichneten. Im Gegensatz dazu konnten die US-Hersteller ein beeindruckendes Plus von 82,9 Prozent erzielen.
Ursachen für das Wachstum in den USA
Ein wesentlicher Faktor für das Wachstum der US-Hersteller ist die Abschottung des amerikanischen Marktes gegenüber ausländischen Produkten sowie teilweise aufgehobene Einfuhrzölle, die zu hohen Rückzahlungen an die Hersteller führten. Laut EY-Autoexperte Constantin Gall stehen die deutschen Automobilkonzerne vor einem tiefgreifenden Strukturwandel, der durch wegfallende Auslandsmärkte, hohe Überkapazitäten und massive Investitionen in Software geprägt ist. Die langsame Umsetzung der Elektromobilität belastet zusätzlich die Ergebnisse.
Herausforderungen auf dem chinesischen Markt
Besonders problematisch gestaltet sich die Lage in China, wo die deutschen Hersteller im ersten Quartal einen Absatzrückgang von 16 Prozent hinnehmen mussten. Gall beschreibt China als eines der größten Probleme für die deutschen Konzerne, da der Markt extrem wettbewerbsintensiv ist und hochpreisige Premium-Fahrzeuge aufgrund der schwachen Konjunktur schlecht verkauft werden. Zudem bevorzugen chinesische Konsumenten im aufstrebenden Elektrosegment zunehmend einheimische Marken, was die westlichen Hersteller vor große Herausforderungen stellt. Hier ist strategisches Umdenken gefragt, um den Anschluss nicht zu verlieren.

