Arthur Hayes verkauft gesamte Zcash (ZEC)-Position nach Entdeckung schwerwiegender Sicherheitslücke

Eine kürzlich entdeckte Sicherheitslücke im Orchard-Privacy-Pool von Zcash sorgte am 5. Juni für Aufruhr auf dem Markt. BitMEX-Mitbegründer Arthur Hayes verkaufte daraufhin seine gesamte ZEC-Position nur wenige Stunden, nachdem die Details des Fehlers öffentlich wurden.
Der Ausverkauf hat eine langanhaltende Debatte über datenschutzorientierte Kryptowährungen neu entfacht. Die zentrale Frage ist, ob Nutzer Systemen vertrauen können, bei denen bestimmte Arten von ausnutzbaren Schwachstellen möglicherweise lange unentdeckt bleiben.
Hayes zieht sich zurück, während Zcash-Team Nutzer beruhigt
In einem Beitrag auf X erklärte Hayes: „The Holy Trinity is dead“ und bestätigte, dass er seine gesamte ZEC-Beteiligung nach Berichten über die Schwachstelle im Orchard-Pool verkauft hatte. Der Fehler wurde erstmals von Zcash-Gründer Zooko Wilcox und Mitgliedern der Shielded Labs bekannt gegeben. Sicherheitsforscher Taylor Hornby hatte die Schwachstelle am 29. Mai entdeckt.
Das Team erklärte, dass ein Hacker diese Schwachstelle hätte nutzen können, um unbemerkt unbegrenzt gefälschte ZEC im geschützten Transaktionsbereich von Orchard zu erstellen.
Entwickler reagierten schnell und behoben das Problem bis zum 1. Juni. Dennoch blieb eine große Unsicherheit: Aufgrund des privaten Designs von Orchard gibt es keine kryptografische Methode, um zu beweisen, ob der Fehler vor seiner Behebung ausgenutzt wurde. Diese Unsicherheit schien für Hayes ausschlaggebend zu sein.
„While I think it’s extremely unlikely of any minting, it cannot be formally cryptographically proved impossible,“ schrieb er und fügte hinzu, dass datenschutzorientierte Vermögenswerte „Perfektion und nicht Unwahrscheinlichkeit“ erfordern.
Der Markt reagierte prompt, und laut CoinGecko-Daten fiel der ZEC-Kurs in den letzten 24 Stunden um mehr als 35 % auf etwa $386, nachdem er zuvor bei $611 gehandelt wurde.
Der Token ist zudem in der letzten Woche um fast 27 % und in zwei Wochen um mehr als 40 % gefallen. Das Handelsvolumen stieg um fast 46 %, da Investoren das Risiko neu bewerteten, was zu einem täglichen Spot-Volumen von über $1,7 Milliarden führte.
CoinGlass-Daten zeigen, dass die Volatilität in den letzten 24 Stunden zu Liquidationen in Höhe von fast $49 Millionen führte, wobei Long-Positionen mehr als $41 Millionen dieser Verluste ausmachten.
Dies ist das zweite Mal in den letzten Tagen, dass Hayes eine Position kurz nach optimistischen Aussagen aufgegeben hat. Erst gestern hatte er bekannt gegeben, dass er seine HYPE- und NEAR-Bestände verkauft hatte, nachdem er zuvor angedeutet hatte, dass HYPE $150 erreichen könnte.
Alte Bedenken kehren zurück, während Fragen zur Versorgung bestehen bleiben
Die Nachricht über die Schwachstelle löste unterschiedliche Reaktionen in der Krypto-Community aus. Investor Udi Wertheimer argumentierte, dass Datenschutz-Coins einem anderen Risikoprofil ausgesetzt sind als transparente Blockchains, da gefälschte Ausgaben über längere Zeiträume verborgen bleiben könnten. Er verwies auf einen früheren Zcash-Inflationsfehler, der erst Jahre nach seinem Bestehen bekannt wurde.
Andere nahmen eine differenziertere Sichtweise ein, darunter Helius-CEO Mert Mumtaz, der darauf hinwies, dass große Softwarefehler in der gesamten Krypto-Welt, einschließlich Bitcoin, aufgetreten sind. Er fügte hinzu, dass die unmittelbare Sorge darin besteht, ob die Schwachstelle vor dem Patch ausgenutzt wurde.
Er wies zudem darauf hin, dass Zcash-Entwickler bereits an einem zukünftigen Netzwerk-Upgrade arbeiten, das die Integrität der Versorgung durch die Migration zu einem neuen geschützten Pool überprüfen könnte.
Barry Silbert, Gründer der Digital Currency Group, widersprach ebenfalls der negativen Reaktion und argumentierte, dass die Offenlegung die Effektivität des Sicherheitsprozesses von Zcash demonstriere, anstatt ein Versagen darzustellen.
„The AI-enabled assault on blockchains is here and I’m proudly on Team Zcash,“ schrieb er.

