Deutsche Anleihen zeigen sich schwächer: Blicke auf das Treffen in Jackson Hole gerichtet
Die Entwicklung der deutschen Staatsanleihen bot Anlegern am Donnerstag wenig Grund zur Freude. Der Euro-Bund-Future, Indikator für den Anleihemarkt, sank um 0,26 Prozent auf 129,06 Punkte. Parallel dazu kletterte die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,75 Prozent und reflektiert so die aktuellen Markterwartungen.
Im Fokus standen jedoch optimistische Signale aus der Eurozone. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global, ein bedeutender Gradmesser der wirtschaftlichen Stimmung, erreichte im August seinen höchsten Wert seit 15 Monaten. Andrew Kenningham, Chefvolkswirt für Europa bei Capital Economics, kommentierte diese Zahlen mit Zuversicht. Trotz der anhaltenden Zölle zeigt sich die Wirtschaft der Eurozone widerstandsfähig, wenngleich das Wachstum nur gemächlich vorangeht. Er erwartet, dass die Europäische Zentralbank aufgrund des erhöhten Preisdrucks die Zinssätze im September beibehalten wird. Allerdings war das Verbrauchervertrauen ein Wermutstropfen und zeigte eine unerwartete Verschlechterung.
Die Märkte blickten derweil gespannt auf das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole, Wyoming, das am Donnerstag begann. Insbesondere die bevorstehende Rede von Jerome Powell, dem Chef der US-Notenbank, am Freitag stand im Rampenlicht. Anleger hoffen auf Hinweise, ob es im September zu einer Zinssenkung kommen könnte, obgleich US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Federal Reserve verstärkte, die Zinsen stärker zu senken.

