Defect: Dieser neue Taktikshooter vereint das Beste aus Ready or Not und Cyberpunk 2077
Wer in Cyberpunk 2077 jemals in Night City zu weit gegangen ist, kennt die unerbittliche Antwort des NCPD: MaxTac – eine Spezialeinheit, die Cyberpsychos und andere Bedrohungen mit schonungsloser Präzision ausschaltet. Genau diese Fantasie, selbst in den Stiefeln einer solchen Eliteeinheit zu stecken und ein von künstlicher Intelligenz unterdrücktes Stadtgefüge zu durchkämmen, greift ein neues Spiel namens Defect auf – und verbindet sie mit dem taktischen Tiefgang von Ready or Not auf eine Art, die aufhorchen lässt.
Eine dystopische Stadt unter dem Joch einer kalten KI
Defect, entwickelt vom unabhängigen Studio emptyvessel und bereits auf Steam vorbestellbar, entführt die Spielerschaft in eine von Smog verhangene Metropole, in der eine allmächtige KI namens „The System“ das städtische Leben mit eiserner Hand regiert. Das Resultat ist eine Gesellschaft am Rand des Kollaps: Banden, abtrünnige Polizeikräfte und eben The System selbst kämpfen um die Vorherrschaft in einem zerfallenden Stadtgefüge. Spieler schlüpfen in die Rolle einer cyberpunkartigen Spezialeinheit, ausgestattet mit modernster Ausrüstung und Technologie, um Aufträge wie die Verhaftung hochrangiger Ziele, Schmuggeleinsätze oder die Ausschaltung feindlicher KI-Systeme zu erfüllen. Jede Gasse, jedes Dach, jeder Hinterausgang – laut Entwicklerangaben wurde jeder Winkel der Stadt mit kollektiver Verteidigung und taktischer Dichte im Hinterkopf gestaltet.
4v4v4v4 – vier Fraktionen, eine Stadt, unzählige Möglichkeiten
Was Defect besonders hervorsticht, ist sein ungewöhnliches Mehrspielerkonstrukt: Vier Teams treten gleichzeitig an, jedes verfolgt eigene Ziele, und es ist durchaus möglich, dass sich diese Aufträge mitten im Gefecht überkreuzen oder direkt widersprechen. Das Entwicklerteam beschreibt das Ganze als „vier gleichzeitige Koop-Missionen im selben Raum“ – ein Konzept, das taktisches Mitdenken und spontane Anpassung geradezu erzwingt. Ziele entwickeln sich mehrstufig und können sich während eines laufenden Einsatzes verändern. Hinzu kommen vollständig zerstörbare Umgebungen, in denen Wände eingerissen, Möbel als Deckung umgeworfen und selbst Staub und Trümmer taktisch genutzt werden können. Besonders eigenartig – und zugleich faszinierend – ist die Möglichkeit, feindliche Körper zu übernehmen, was dem Spielablauf eine zusätzliche, geradezu böswillige Wendung verleiht.
Immersion und Atmosphäre als tragende Säulen
Wo viele taktische Shooter an der Oberfläche kratzen, setzt Defect auf Tiefe – sowohl in der Spielmechanik als auch in der Weltgestaltung. Eng verwinkelte Kampfräume wie ein von Graffiti übersäter Abwasserkanal, ein schummriger Kesselraum oder eine von The System kontrollierte Fabrikanlage vermitteln beklemmende Enge und machen jeden Feuergefecht zu einer Zerreißprobe der Nerven. Genau das ist es, was Ready or Not so packend macht – und genau diesen Geist scheint Defect verinnerlicht zu haben. Koop und Einzelspieler werden beide unterstützt, dazu kommen Plattformübergreifendes Spielen, Netzwerkunterstützung im lokalen Verbund sowie ein integrierter Leveleditor für eigene Szenarien. Ob emptyvessel all diese Versprechen einlösen kann, wird die Veröffentlichung zeigen – doch als Erstanlauf eines unabhängigen Studios ist das, was bislang zu sehen ist, bemerkenswert vielschichtig.

