Internet

CDU will Social-Media-Altersgrenze ab 14 Jahren

21. Februar 2026, 17:52 Uhr · Quelle: dpa
CDU-Bundesparteitag
Foto: Kay Nietfeld/dpa
Die CDU votiert für eine Altersgrenze ab 14 Jahren für soziale Medien.
Strengere Vorgaben für den Umgang junger Menschen mit sozialen Medien bekommen immer mehr Unterstützung. Die CDU votiert auf ihrem Parteitag für gesetzliche Schranken - und macht konkrete Vorschläge.

Stuttgart (dpa) - Die CDU will ein Mindestalter von 14 für soziale Medien wie Tiktok und Instagram zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Der Parteitag in Stuttgart nahm nach Angaben einer CDU-Sprecherin einen Antrag an, der die Bundesregierung auffordert, «eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen». Sie wird außerdem aufgefordert, das «besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr im digitalen Raum» auszugestalten. Aus der mitregierenden SPD kamen schon ähnliche Vorschläge.

Der Landesverband Schleswig-Holstein hatte das Thema auf dem Parteitag angestoßen. Ein ursprünglicher Antrag der Nord-CDU sah eine Altersgrenze von 16 Jahren und mehrere weitere Forderungen vor. Die vom Vorstand bestellte Kommission, die vor Parteitagen über alle Anträge berät, empfahl zunächst, diesen Antrag an Fachausschüsse der CDU und die Unionsfraktion zu leiten. Dann wurde aber ein neuer Text formuliert und zur Annahme empfohlen.

Antrag fordert Regelungen zu Altersverifikation 

Die CDU setze sich demnach für ein «altersgerechtes und verantwortungsvolles digitales Erwachsenwerden» ein. «Dabei leitet uns die Überzeugung, dass Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besonders schutzbedürftig sind», heißt es in dem beschlossenen Antrag. «Wo wirtschaftliche Geschäftsmodelle gezielt auf Aufmerksamkeitsbindung, emotionale Aktivierung und Verhaltenssteuerung ausgerichtet sind, darf der Staat nicht neutral bleiben.»

Konkret fordert die CDU auf nationaler und europäischer Ebene gesetzliche Regelungen, die Plattformbetreiber zum Einrichten einer datenschutzkonformen Altersverifikation verpflichten. Eine bloße Selbstauskunft als «Klick-Abfrage» soll nicht ausreichen. Bei Verstößen sollen «empfindliche Bußgelder» drohen. Die CDU setzt sich für eine EU-weite Harmonisierung von Altersstandards ein, um Umgehungen der Regeln über andere Mitgliedstaaten zu verhindern.

Stärkere Medienbildung in Schulen

Die Regeln müssten auf wissenschaftlicher Expertise begründet sein, heißt es im Antrag. Grundlage sollten die Empfehlungen einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission sein - sie soll im Sommer Empfehlungen vorlegen. Die Bundesregierung werde aufgefordert, die zu erwartenden Vorschläge gemeinsam mit den Ländern umzusetzen, fordert die CDU. 

Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski (CDU) betonte: «Die Verantwortung wird dort festgelegt, wo sie hingehört – zu den Plattformen und Anbietern.» Ein pauschales Verbot bis 16 wäre eine Scheinlösung, der Antrag setze daher auf einen abgestuften Ansatz: eine klare Altersgrenze und dann ein freier, aber sicherer Zugang ab 14 Jahren. «Jugendliche leben digital», sagte Liminski, der an der Ausarbeitung des Antrags in einer Arbeitsgruppe beteiligt war. «Deshalb braucht es keine Abschottung, sondern klare Regeln.»

Ergänzende Medienbildung 

Flankiert werden sollen diese dem Antrag zufolge durch stärkere Medienbildung in Schulen. Vermittelt werden sollten etwa Wissen über Wirkmechanismen von Algorithmen und zum Schutz vor Cybermobbing und digitaler Manipulation. Angebote müssten Eltern einbeziehen. Medienkompetenz stärke zudem die «demokratische Resilienz gegen Desinformation und Radikalisierung».

Die CDU fordert mit dem Parteitagsvotum auch mehr Transparenzpflichten. Es brauche gesetzliche Regelungen, um die Entscheidungen von Algorithmen nachvollziehbar machen. Zudem müssten Verfahren zum schnelleren Löschen rechtswidriger Inhalte geschaffen werden. Wenn man rechtswidrige Inhalte einstelle oder auf seinen Plattformen dulde, müssten Bußgelder drohen.

Auch SPD-Vorschlag zu Altersgrenze

Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte kurz vor dem Parteitag bereits Sympathie für den Vorstoß für eine Social-Media-Altersgrenze erkennen lassen - ebenso wie für einen konkreten Vorschlag aus der mitregierenden SPD.

Konkret schlagen führende Sozialdemokraten vor, Altersbeschränkungen für den Zugang zu Social-Media-Plattformen technisch mit der digitalen Brieftasche («Wallet») auf dem Smartphone zu verknüpfen. Sie soll Anfang 2027 in Deutschland starten. Wer ein Instagram- oder Tiktok-Konto einrichtet, soll dann über die Wallet sein Alter nachweisen müssen. Bis 14 soll ein Zugang ausgeschlossen sein, zwischen 14 und 16 soll es ihn nur mit bestimmten Voreinstellungen geben. Für alle ab 16 sollen Algorithmen, die Videos oder andere Inhalte vorschlagen, ausgeschaltet sein und müssten aktiviert werden.

Partei / CDU / Internet / Deutschland / Social Media / Altersgrenze / Jugendschutz
21.02.2026 · 17:52 Uhr
[28 Kommentare]
SwitchBot präsentiert smarte E-Ink-Wetterstation mit Kalenderfunktion
Das neue All-in-One-Smart-Home-Display wurde entwickelt, um Wetterinformationen, Raumklima, Kalendertermine und Smart-Home-Steuerung übersichtlich auf einem Bildschirm zusammenzuführen. Zu den wichtigsten Highlights zählen ein 7,5 Zoll großes E-Ink-Display, integrierte Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die Unterstützung von bis zu drei […] (00)
vor 1 Stunde
Wolfgang Ischinger (Archiv)
München - Der ehemalige deutsche Botschafter in Washington und Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hält die Wahlniederlage Deutschlands bei der Kandidatur als nicht-ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat für keine großes Problem. "Erstens mal ist das jetzt keine Großkatastrophe", sagte Ischinger dem TV-Sender "Welt" am […] (00)
vor 5 Minuten
Laufsteg-Star Heidi Klum hat eine offizielle Rolle bei UNICEF USA übernommen.
(BANG) - Heidi Klum fühlt sich "geehrt", zur neuesten Botschafterin von UNICEF USA ernannt worden zu sein. Das 53-jährige Model begann bereits 2011 mit der Kinderhilfsorganisation zusammenzuarbeiten und freut sich sehr über die Ernennung zur Botschafterin der Organisation. Heidi sagte gegenüber dem Magazin 'People': "Ich fühle mich durch diese […] (01)
vor 2 Stunden
Xbox Game Pass im Juni 2026: Persona 5 Royal kehrt zurück, neue Day-One-Spiele starten
Kurz vor dem großen Xbox Games Showcase füllt Microsoft den Xbox Game Pass wieder auf. Die erste Juni-Welle bringt mehrere neue Spiele für Cloud, Konsole, PC und teilweise auch Handhelds. Besonders spannend sind die Rückkehr von Persona 5 Royal , das Boxspiel Undisputed und neue Day-One-Veröffentlichungen wie Solarpunk, Starseeker: Astroneer […] (00)
vor 1 Stunde
Sydney Sweeney wird eine neue Version von Katrina Van Tassel in einer Verfilmung von Lindsey Anderson Beers noch unveröffentlichtem Buch 'Hollow' spielen.
(BANG) - Sydney Sweeney wurde für Lindsey Anderson Beers Neuinterpretation von 'The Legend of Sleepy Hollow' besetzt. Die 'Euphoria'-Darstellerin hat ihre nächste große Rolle ergattert, nachdem Beer – bekannt als Autorin und Regisseurin von 'Pet Sematary: Bloodlines' aus dem Jahr 2023 – eine Kinoadaption ihres Debütromans 'Hollow' auf den Weg gebracht […] (00)
vor 2 Stunden
Thomas und Lisa Müller
München (dpa) - Fußballstar Thomas Müller und seine Frau, die Dressurreiterin Lisa Müller, sind nicht mehr zusammen. Das bestätigte der Medienanwalt der beiden, Christian Schertz, der «Bild»-Zeitung. Das Paar habe sich einvernehmlich vor einiger Zeit getrennt, hieß es. Schon seit Monaten hatte es Spekulationen über die Beziehung der Müllers gegeben.  […] (01)
vor 36 Minuten
kostenloses stock foto zu aktienmarkt, anlagestrategien, austausch
Mastercard hat angekündigt, sein globales Kartenabwicklungsnetzwerk für regulierte Stablecoins zu öffnen. Diese Maßnahme soll es Kartenherausgebern und -akzeptanten ermöglichen, Kartentransaktionen direkt auf der Blockchain abzuwickeln. Das Unternehmen plant, diesen Service über acht verschiedene Blockchains hinweg anzubieten und beschreibt dies als […] (00)
vor 1 Stunde
Langfristige Perspektive für Kupfer bestens
Herisau, 03.06.2026 (PresseBox) - Anzeige/Werbung - Dieser Artikel wird verbreitet im Namen von Axo Metals Corp. und Mogotes Metals Inc., mit der die SRC swiss resource capital AG bezahlte IR-Beraterverträge unterhält · Ersteller:  SRC swiss resource capital AG · Autorin:  Ingrid Heinritzi · Erstveröffentlichung:  03.06.2026, 16: 55 Uhr Zürich/Berlin · […] (00)
vor 3 Stunden
 
Medion – Premium-TV für das heimische Public Viewing
Die Fußball-WM 2026 kann kommen: Wer die Spiele zuhause mit Freunden oder Familie […] (00)
MSI stellt auf der COMPUTEX 2026 die Claw 8 EX AI+ vor
Auf der COMPUTEX 2026 präsentiert MSI mit der Claw 8 EX AI+ ein neues Gaming- […] (00)
Faltbares iPhone Ultra soll trotz dünner Bauweise eine Dampfkammerkühlung erhalten
Apples erstes faltbares Smartphone, das voraussichtlich unter dem Namen […] (00)
Nahostkonflikt - Israel
Beirut/Tel Aviv (dpa) - Während laufender Verhandlungen in den USA zum Krieg im […] (00)
Jamie Lee Curtis mit ihrer Schwester Kelly
(BANG) - Jamie Lee Curtis schreibt einer Reise, die sie mit ihrer älteren Schwester […] (00)
Amazon besetzt weitere Rollen für «Life Is Strange»
Die Serienadaption des erfolgreichen Videospiels hat fünf weitere Darsteller verpflichtet. […] (00)
Die Wurzeln des Pessimismus Die Wahrnehmung, dass die japanische Wirtschaft für eine […] (00)
Die FIFA World Cup 2026 wird Millionen von Fußballfans weltweit begeistern. […] (00)
 
 
Suchbegriff