Australische Minengesellschaft einigt sich auf Millionenvergleich mit Malis Militärregierung
Eine überraschende Wendung in der malischen Goldindustrie: Die australische Bergbaugesellschaft Resolute Mining hat sich bereit erklärt, 160 Millionen US-Dollar an Malis Militärregierung zu zahlen, um einen Steuerstreit beizulegen. Diese Entwicklung folgt auf die unerwartete Festnahme des britischen Unternehmenschefs Terry Holohan und zwei weiterer Mitarbeiter vor zehn Tagen. Die Verhaftung als solche zog internationale Aufmerksamkeit auf sich; diese erfolgte während einer Reise zur Hauptstadt Bamako, wo die Gruppe lediglich mit routinemäßigen Verhandlungen gerechnet hatte.
Resolute, Besitzer einer Goldmine in Mali, plant eine sofortige Zahlung von 80 Millionen US-Dollar aus bestehenden Barmitteln und wird den Restbetrag in den kommenden Monaten begleichen. Der Hintergrund dieses Streits liegt in den Bestrebungen Malis, als einer der führenden Goldproduzenten Afrikas, seinen Anteil an den Einnahmen ausländischer Betreiber zu erhöhen. Eine klare Aussage darüber, wann die drei inhaftierten Mitarbeiter freikommen, steht allerdings noch aus.
Der französische Rundfunksender RFI berichtet, dass zu den Bedingungen für ihre Freilassung das Unterzeichnen eines Memorandums und die erste Zahlung gehören. Die malische Militärführung hatte die drei Führungskräfte von Resolute unter dem Vorwurf der Urkundenfälschung und der Beschädigung öffentlichen Eigentums festgenommen – ein Schritt, den Beobachter als Erpressungsversuch gegenüber der australischen Firma inmitten einer andauernden Kampagne gegen ausländische, vorwiegend westliche, Bergbauunternehmen werten.
Seit dem Putsch im Jahr 2021 versucht Malis Junta, politische und handelsbezogene Beziehungen mit internationalen Partnern neu zu gestalten. Ein bedeutender Schritt in diese Richtung war die Gesetzgebung von Präsident Col Assimi Goïta im vergangenen Jahr, mit der der maximale Anteil für staatliche und lokale Investoren im Bergbausektor von 20% auf 35% erhöht wurde.

