Agrarpolitik der Zukunft: Innovation statt Umverteilung
Die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union rückt vermehrt in den Fokus, da eine effizientere, nachhaltigere und praxistauglichere Ausrichtung nach 2027 angestrebt wird, wie Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) betont. Bei einer Veranstaltung der Volksbanken Raiffeisenbanken in Linstow unterstrich Backhaus die Notwendigkeit, technologische Innovationen, insbesondere Künstliche Intelligenz, stärker zu fördern und forderte gleichzeitig, dass alle Betriebe angemessene Basiszahlungen erhalten.
Ein zentraler Diskussionspunkt bleibt die Umverteilung der Agrarfördermittel. Mecklenburg-Vorpommern (MV) lehnt eine Förderung rein nach "Bedürftigkeit" ab und spricht sich gegen die Benachteiligung leistungsstarker Betriebe aus. Ungeachtet ihrer Größe sollten wirtschaftlich effiziente Betriebe überlebensfähig sein, ohne durch eine einseitige Mittelverteilung beeinträchtigt zu werden.
In MV bewirtschaften rund 4.700 Betriebe eine Fläche von etwa 1,34 Millionen Hektar, einschließlich mehr als 25.000 landwirtschaftlich Beschäftigter. Die Landwirtschaft beansprucht rund 60 Prozent der gesamten Landesfläche, was ihre zentrale Bedeutung für die Region unterstreicht.
Aktuell fließen etwa 30 Prozent des EU-Haushalts in die Agrarpolitik. Im siebenjährigen Finanzrahmen von 2021 bis 2027 macht dies 387 Milliarden Euro aus. Oftmals profitieren wenige große Unternehmen überproportional von den Mitteln. Im nächsten Schritt beabsichtigt die EU-Kommission, in den kommenden Monaten ihre Pläne für den Finanzrahmen 2028 bis 2034 zu präsentieren.

