Fortnite, Call of Duty & Co: Alle spielen dieselben Games und das bremst die Branche (USA)
Alle spielen das Gleiche. Ein Déjà-vu wie im Vorjahr, dass nicht enden möchte. Jahr für Jahr erscheinen neue Games, neue Ideen und neue Versprechen. Manche davon sind auch wirklich großartig. Wir vergeben dafür sogar die Höchstwertungen, weil sie wirklich genial sind. Doch anscheinend interessiert es nur einen Bruchteil der „Gaming-Landschaft“. Millionen Menschen auf PlayStation und Xbox spielen immer nur Fortnite, Call of Duty, GTA 5, Roblox und Minecraft. Genau das belegen nun frische Zahlen aus den USA. Und sie liefern all jenen Argumente, die schon lange sagen: Die Spitze der Gaming-Welt ist fest zementiert.
Der bekannte Marktanalyst Mat Piscatella von Circana hat die meistgespielten Spiele des Jahres 2025 auf PlayStation und Xbox für die USA ausgewertet (via bsky.app), gemessen am Anteil aktiver Spieler. Das Ergebnis ist ernüchternd, aber kaum überraschend: Die „Top 5“ sind exakt dieselben wie 2024.
Zwei davon hat Microsoft im Laufe der Zeit „dazugekauft“. Eines davon war ursprünglich komplett etwas Anderes und kopierte ein Steam-Phänomen namens PUBG um einen Battle Royale-Modus. Ein weiteres Spiel der „Ewigen-Liste“ erschien seit 2013 auf drei verschiedenen Konsolen. Und die anderen zwei gibt es gefühlt schon immer. Du wirst es kaum erraten. Sarkasmus off.
Die unverrückbaren „Top 5“ auf PlayStation
Auf PlayStation dominieren weiterhin fünf bekannte Namen:
- Fortnite
- Call of Duty
- Grand Theft Auto V
- Roblox
- Minecraft

Fortnite ist wieder einmal das meistgespielte Spiel auf PlayStation und Xbox in den USA. Für Europa liegen (noch) keine Daten vor, allerdings wird das Bild wahrscheinlich nicht ausgetauscht werden müssen. – Bild: Epic Games
Keine Bewegung, kein Überraschungserfolg, kein neues Schwergewicht. Dieselbe Reihenfolge, dieselben Zeitfresser, dieselben Spiele, die den Alltag auf Millionen Konsolen bestimmen.
Auf Xbox kaum anders, nur minimale Verschiebungen
Auch auf Xbox sieht es kaum anders aus. Hier tauschen lediglich Minecraft und Roblox die Plätze, doch die Liste bleibt identisch:
- Fortnite
- Call of Duty
- Grand Theft Auto V
- Minecraft
- Roblox
Ernüchternd. Schon 2024 war das Bild nahezu gleich. Lediglich kleine Platzwechsel zwischen Fortnite und Call of Duty sowie zwischen GTA V und Minecraft sorgten damals für minimale Abwechslung. Inhaltlich aber blieb alles beim Alten. Der bekannte Daten-Analyst aus der Gaming-Branche fasst es selbst gut zusammen: „Die Dinge haben sich an der Spitze etwas…gefestigt.“
Warum neue Spiele kaum eine Chance haben?
Für jedes neue Spiel gibt es einen übermächtigen Gegner. Fortnite, GTA Online, Call of Duty, Minecraft und Roblox binden Zeit, Aufmerksamkeit und Geld. Diese „Live-Service-Spiele“ haben sich etabliert und sind nicht wegzubekommen. Bis auf Call of Duty und GTA 5 handelt es sich um Free to Play-Titel. Sieht man sich außerhalb des PlayStation- und Xbox-Universums um, dann ist es auf Steam nicht viel anders. Auch hier rangieren auf den vordersten Plätzen eigentlich so gut wie immer Counter-Strike 2, DOTA 2 und PUBG. Neue Spiele schaffen es immer wieder in die „Top 5“, aber können sich dort kaum länger halten. Zumindest ARC Raiders „überraschte“ und scheint eine große Zukunft zu haben.
Jetzt kann man natürlich sagen: „Ja, schau, die Liste ist doch aus den USA.“ Doch sind wir uns ehrlich: Würde diese Liste in Europa, insbesondere bei uns in Österreich, Deutschland oder der Schweiz anders aussehen? Wohl kaum. Vielleicht drängt sich noch das neueste EA Sports FC auf. Mehr würde mir an dieser Stelle nicht mehr einfallen.
Indies gewinnen Preise, aber kaum Spielzeit
2025 war kein schlechtes Jahr für kreative Spiele. Indie-Titel wie Clair Obscur: Expedition 33 oder Hollow Knight: Silksong dominierten Diskussionen, Social Media und Auszeichnungs-Shows. Sie prägten den kulturellen Diskurs, aber nicht das Spielverhalten der Masse. Denn die Industrie lebt nicht von Applaus, sondern von aktiven Spielern. Und diese verbringen ihre Zeit weiterhin in denselben virtuellen Welten wie vor fünf oder sogar zehn Jahren.

Clair Obscur: Expedition 33 gewann bei den „The Game Awards 2025“ den begehrten Preis des „Game of the Year“. – Bild © Sandfall Interactive
Das eigentliche Dilemma: Je stärker diese fünf Spiele dominieren, desto vorsichtiger werden Publisher. Warum Risiken eingehen, wenn Live-Service-Giganten zuverlässig Millionen binden? Genau so entsteht Stillstand: nicht aus Mangel an Talent, sondern aus wirtschaftlicher Realität. Und wie oft hat sich der narrative Singleplayer-Spezialist, die PlayStation Studios, schon verkühlt mit „neuen unschlagbaren Live-Service-Titeln“? Concord war nur die Spitze. Der „Kauf von Bungie“ könnte als Milliarden-Abschreibposten durchgehen. Marathon sieht schick aus, wird aber kein neues Destiny. Naughty Dog brachte wie viele neue Spiele für die PS5 bisher heraus? Richtig: keines. Anscheinend verlor man sich im Multiplayer-Universum von The Last of Us, dass schlussendlich 2023 begraben musste.
Ob sich daran etwas ändert, bleibt offen. Piscatella kündigte zumindest einen ausführlicheren Bericht zu den meistverkauften Spielen 2025 für den 22. Januar 2026 an. Vielleicht bringt dieser neue Nuancen. Vielleicht bestätigt er nur, was viele längst fühlen. Die Spitze der Gaming-Welt ist fest besetzt. Und sie lässt nur ungern Platz für Neues.


