Dax auf Rekordfahrt: Deutsche Börse trotzt trister Konjunktur
Der Dax hat ein historisches Hoch erreicht: Erstmals in seiner 37-jährigen Geschichte durchbrach der deutsche Leitindex die Marke von 25.000 Punkten. Ein Kursanstieg von rund 23 Prozent im vergangenen Jahr hat den Weg geebnet, während positive Impulse von den US-Börsen, mit einem Dow Jones Industrial, der sich seiner 50.000er Marke nähert, zusätzlichen Schwung verleihen.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die geldpolitische Wende, die seit 2024 von der US-amerikanischen Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank getragen wird. Mit der sinkenden Inflation und günstigeren Zentralbankkrediten wird die wirtschaftliche Dynamik stimuliert. Der deutsche Staat hat zudem milliardenschwere Investitionen in Infrastruktur und Rüstung initiiert, die nun allmählich bei den Unternehmen ankommen.
Trotz der schwächelnden deutschen Wirtschaft, die in den Jahren 2023 und 2024 eine Schrumpfung und für 2025 ein nur geringfügiges Wachstum verzeichnete, zeigt sich der Dax robust. Die international ausgerichteten Unternehmen im Leitindex erzielen ihre Erlöse vorwiegend im Ausland und profitieren bereits von einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz.
Besonders stark waren 2025 Unternehmen aus den Bereichen Rüstung, Künstliche Intelligenz und Infrastruktur. Namen wie Rheinmetall und Siemens Energy haben den Index beflügelt, Letzterer erholt sich von früheren Problemen und profitiert von einem KI-gestützten Energietechnikboom.
Privatanleger sollten jedoch Vorsicht walten lassen und nicht blindlings den erfolgreichsten Titeln des Vorjahres nachjagen. Diversifikation, etwa durch börsengehandelte Fonds (ETFs), bleibt der kluge Ansatz. Ein globaler ETF-Sparplan ist laut Finanztip eine solide Wahl für den Vermögensaufbau.
Die geopolitischen Spannungen, darunter der Handelskonflikt zwischen den USA und China oder der ungelöste Ukraine-Krieg, sowie überzogene Bewertungen im KI-Segment bergen Risiken. Dennoch könnte eine Marktrotation hin zu klassischen Konjunkturprofiteuren neue Chancen eröffnen.

