Siemens und Nvidia: Gemeinsam auf dem Weg in die industrielle KI-Zukunft
Siemens und der US-amerikanische Technologiegigant Nvidia verstärken ihre Kooperation im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Auf der diesjährigen CES-Technikmesse erläuterten Siemens-CEO Roland Busch und Nvidia-Chef Jensen Huang ihre Pläne, KI nicht mehr nur zur Simulation, sondern vermehrt in der physischen Realität anzuwenden. Huang betonte hierbei, dass wir im Angesicht einer großen industriellen Transformation stünden. Diese strategische Ankündigung fand auch positiven Anklang an den Finanzmärkten.
An der Börse setzte die Siemens-Aktie ihren Aufwärtstrend fort und erreichte mit einem Kursanstieg um zweieinhalb Prozent auf 253,80 Euro ein neues Rekordhoch. Über die letzten zwölf Monate stiegen die Siemens-Werte um fast ein Drittel, während sich der Kurs in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelte. Der Münchner Konzern steht mit über 200 Milliarden Euro Marktwert inzwischen als zweitwertvollstes börsennotiertes Unternehmen in Deutschland nach SAP im Rampenlicht.
Ein hervorstechendes Projekt der Kooperation ist der sogenannte "Digital Twin Composer", ein Tool, das es Unternehmen ermöglicht, physikalisch korrekte virtuelle Abbilder ihrer Produktionsstätten und Produkte zu erstellen. Ingenieure können so ganze Fabriken in Echtzeit simulieren und Probleme lösen, bevor der Bau der realen Anlage beginnt. Dies bietet ebenso die Möglichkeit, Roboter virtuell zu trainieren, was die Inbetriebnahme von Anlagen effizienter und kostengünstiger gestaltet.
Ziel der Partnerschaft ist die Schaffung einer Plattform für den industriellen KI-Einsatz. Während Siemens Fachwissen zu industriellen Prozessen sowie die notwendige Hardware und Software bereitstellt, liefert Nvidia die entscheidende KI-Infrastruktur und Simulationsplattform. Busch hob hervor, dass mit den neuen Entwicklungen nicht nur virtuelle Windkanäle für die Aerodynamik von Zügen oder Autos genutzt werden können, sondern auch KI-gestützte Designoptimierungen möglich werden.
Zusammen mit dem Facebook-Konzern Meta arbeitet Siemens an weiteren Innovationen, darunter intelligente Brillen, die Industriearbeitern KI-gestützte Anweisungen direkt ins Sichtfeld projizieren oder ins Ohr flüstern. Mit diesen Vorstößen positioniert sich Siemens zunehmend als Technologiepartner für industrielle KI- und digitale Produktionstechnologien, weg von ihrem traditionellen Image als Maschinenbauer, hin zu einem widerstandsfähigen "Tech-Partner für KI in der realen Welt".

