ACS und IG Bau verständigen sich bei Hochtief
22. Dezember 2010, 17:15 Uhr · Quelle: FREI
(NEU: Stellungnahme Hochtief-Gesamtbetriebsrat, mehr IG Bau, Hintergrund)
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Während sich der deutsche Baukonzern Hochtief weiterhin gegen eine Übernahme durch ACS wehrt, haben sich die Gewerkschaft IG Bau und der spanische Baukonzern schon auf die Kernpunkte ihrer zukünftigen Zusammenarbeit verständigt. Demnach erzielte die Gewerkschaft eine Vereinbarung für den Fall, dass die Actividades de Construcción y Servicios SA (ACS) bei der Hochtief-Übernahme erfolgreich ist. Der Hochtief-Betriebsrat wurde bei den Verhandlungen allerdings übergangen - und geht nun auf Distanz zur IG Bau.
Die Gewerkschaft habe von ACS verbindliche Zusagen für den Erhalt der rund 11.000 deutschen Arbeitsplätze bei Hochtief erhalten, erklärte die IG Bau am Mittwoch. Zudem habe ACS zugesagt, die Hochtief-Tarifverträge zu achten.
"Mit der Vereinbarung ist die größte Sorge der Hochtief-Mitarbeiter, sie könnten durch die Übernahme ihre Arbeitsplätze verlieren, vom Tisch", stellte der IG-Bau-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel, der auch im Hochtief-Aufsichtsrat sitzt, fest.
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Hochtief, Siegfried Müller, zeigte sich verärgert über den nicht abgesprochenen Vorstoß der Gewerkschaft. "Wir hatten keine Kenntnis von den Verhandlungen", sagte er Dow Jones Newswires. Die IG Bau habe nicht nur kein Mandat für Gespräche mit ACS erhalten, sondern habe auch gegen den Willen von Betriebsrat und Vorstand verhandelt, sagte Müller, der nun das Gespräch mit Wiesehügel suchen will. Das Papier und die darin gemachten Zusagen seien zudem rechtlich nicht belastbar.
Die Gewerkschaft erklärte, der Vereinbarung seien "intensive Verhandlungen zwischen der IG Bau und dem spanischen Konzern in Frankfurt und Madrid vorausgegangen, nachdem die Finanzaufsicht BaFin das Übernahmeangebot von ACS genehmigt habe.
Wiesehügel sagte, dass mit der Übereinkunft "keine Entscheidung gegen Hochtief oder gegen dessen Vorstand verbunden" sei. "Es geht bei den Abreden ausschließlich um die Sicherung der Mitarbeiterrechte, falls das Übernahmeangebot von ACS erfolgreich ist", so Wiesehügel.
In der Vereinbarung sichert ACS der IG Bau unter anderem zu, "als Mehrheitsaktionär seinen Einfluss nicht dahingehend geltend zu machen, dass in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden." Wie bereits in den Angebotsunterlagen zugesagt, soll der Unternehmenssitz in Essen bleiben und Hochtief eine eigenständige, operativ tätige Gesellschaft bleiben.
Die Vereinbarungen zwischen der Gewerkschaft und ACS werden den Angaben zufolge wirksam, sobald ACS die Mehrheit der Hochtief-Aktien hält. Es sei jedoch beiderseitiges Verständnis, dass ACS schon zuvor im Geiste der Abreden handeln werde, wenn ACS eine Beteiligung von 30% der Aktien überschreitet.
Die Vereinbarung gilt zunächst bis Ende 2013. Über die Verlängerung und etwaige Veränderungen wird aber rechtzeitig vor Ablauf neu verhandelt, wie die Gewerkschaft erklärte.
Webseite: www.acs-offer.com
-Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, [email protected] DJG/nas/jhe
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Während sich der deutsche Baukonzern Hochtief weiterhin gegen eine Übernahme durch ACS wehrt, haben sich die Gewerkschaft IG Bau und der spanische Baukonzern schon auf die Kernpunkte ihrer zukünftigen Zusammenarbeit verständigt. Demnach erzielte die Gewerkschaft eine Vereinbarung für den Fall, dass die Actividades de Construcción y Servicios SA (ACS) bei der Hochtief-Übernahme erfolgreich ist. Der Hochtief-Betriebsrat wurde bei den Verhandlungen allerdings übergangen - und geht nun auf Distanz zur IG Bau.
Die Gewerkschaft habe von ACS verbindliche Zusagen für den Erhalt der rund 11.000 deutschen Arbeitsplätze bei Hochtief erhalten, erklärte die IG Bau am Mittwoch. Zudem habe ACS zugesagt, die Hochtief-Tarifverträge zu achten.
"Mit der Vereinbarung ist die größte Sorge der Hochtief-Mitarbeiter, sie könnten durch die Übernahme ihre Arbeitsplätze verlieren, vom Tisch", stellte der IG-Bau-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel, der auch im Hochtief-Aufsichtsrat sitzt, fest.
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Hochtief, Siegfried Müller, zeigte sich verärgert über den nicht abgesprochenen Vorstoß der Gewerkschaft. "Wir hatten keine Kenntnis von den Verhandlungen", sagte er Dow Jones Newswires. Die IG Bau habe nicht nur kein Mandat für Gespräche mit ACS erhalten, sondern habe auch gegen den Willen von Betriebsrat und Vorstand verhandelt, sagte Müller, der nun das Gespräch mit Wiesehügel suchen will. Das Papier und die darin gemachten Zusagen seien zudem rechtlich nicht belastbar.
Die Gewerkschaft erklärte, der Vereinbarung seien "intensive Verhandlungen zwischen der IG Bau und dem spanischen Konzern in Frankfurt und Madrid vorausgegangen, nachdem die Finanzaufsicht BaFin das Übernahmeangebot von ACS genehmigt habe.
Wiesehügel sagte, dass mit der Übereinkunft "keine Entscheidung gegen Hochtief oder gegen dessen Vorstand verbunden" sei. "Es geht bei den Abreden ausschließlich um die Sicherung der Mitarbeiterrechte, falls das Übernahmeangebot von ACS erfolgreich ist", so Wiesehügel.
In der Vereinbarung sichert ACS der IG Bau unter anderem zu, "als Mehrheitsaktionär seinen Einfluss nicht dahingehend geltend zu machen, dass in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden." Wie bereits in den Angebotsunterlagen zugesagt, soll der Unternehmenssitz in Essen bleiben und Hochtief eine eigenständige, operativ tätige Gesellschaft bleiben.
Die Vereinbarungen zwischen der Gewerkschaft und ACS werden den Angaben zufolge wirksam, sobald ACS die Mehrheit der Hochtief-Aktien hält. Es sei jedoch beiderseitiges Verständnis, dass ACS schon zuvor im Geiste der Abreden handeln werde, wenn ACS eine Beteiligung von 30% der Aktien überschreitet.
Die Vereinbarung gilt zunächst bis Ende 2013. Über die Verlängerung und etwaige Veränderungen wird aber rechtzeitig vor Ablauf neu verhandelt, wie die Gewerkschaft erklärte.
Webseite: www.acs-offer.com
-Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, [email protected] DJG/nas/jhe

