Rückgang an Reisekonflikten – Schlichtungsstelle weiterhin erfolgreich
Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr verzeichnete im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang der Anträge von Reisenden. Laut Mitteilung der Geschäftsführerin Sabine Cofalla gingen etwa 42.000 Anträge ein – rund 5.600 weniger als im Rekordjahr 2024. Bemerkenswert ist, dass in 90 Prozent der Fälle eine Einigung zwischen Reisenden und Reiseunternehmen gefunden werden konnte, was die Effektivität der Schlichtung unterstreicht.
Im Vergleich zu 2024 war das vergangene Jahr weniger von außergewöhnlichen Ereignissen wie Streiks, Extremwetterlagen oder IT-Ausfällen geprägt, ebenso wie der Einfluss von Personal- und Infrastrukturproblemen abnahm. Diese Stabilität führte zu einem Rückgang der Reiseprobleme und folglich zu weniger Konflikten zwischen Reisenden und Unternehmen.
Der Schwerpunkt der Beschwerden lag weiterhin auf Flugreisen, mit 83 Prozent Anteil an den Anträgen. Die absolute Zahl der Beschwerden in diesem Bereich sank jedoch um etwa 3.000 auf 35.000. Hauptgründe für Konflikte waren wie zuvor Annullierungen, geänderte Flugzeiten und Verspätungen. Bahnreisen machten knapp 15 Prozent der Anträge aus, wobei Zugausfälle und Verspätungen hier die häufigsten Streitgründe blieben.
Für das kommende Jahr erwartet die Schlichtungsstelle ein ähnliches Beschwerdeaufkommen wie 2025, sofern außergewöhnliche Umstände ausbleiben. Allerdings dürfte die anstehende Tarifrunde zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) potenziell für Unsicherheiten bei Reisenden sorgen. Trotz bestehender Friedenspflicht bis Februar könnte es danach zu Streiks kommen.
Seit ihrer Umbenennung im Jahr 2024 kümmert sich die Schlichtungsstelle, vormals als Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) bekannt, um Probleme bei Flug-, Bus-, Bahn- und Schiffsreisen. Rund 400 Verkehrsunternehmen finanzieren das Verfahren selbst, wobei Streitfälle rund um Bus- und Schiffsreisen regelmäßig den geringsten Anteil ausmachen.

