Xbox als Plattform, nicht nur Konsole: Nächste Generation soll Steam und GOG nativ unterstützen
Microsoft könnte vor dem kühnsten Paradigmenwechsel der jüngeren Konsolengeschichte stehen. Ein bahnbrechendes Gerücht, das derzeit in den tiefsten Foren der Branche für Furore sorgt, besagt, dass die nächste Xbox-Generation die fundamentalen Regeln des Geschäftsmodells über den Haufen werfen könnte. Demnach plant der Tech-Gigant aus Redmond nicht weniger als die Öffnung seiner heiligen Hallen für konkurrierende PC-Stores wie Steam und GOG, ein Manöver, das die Grenzen zwischen Konsole und PC endgültig einreißen würde – allerdings zu einem potenziell astronomischen Preis.
Der Chip, der zwei Welten vereint
Das Herzstück dieser revolutionären Vision soll ein neuer AMD-Prozessor mit dem Codenamen „Magnus“ sein. Dieser Chip ist laut dem bekannten Leaker KeplerL2 so konzipiert, dass er nicht nur die nächste Konsolengeneration antreibt, sondern auch eine neue Reihe von „Xbox“-gebrandeten Gaming-PCs befeuern soll. Die entscheidende Unterscheidung liegt jedoch im Detail: Während die Konsole selbst volle Abwärtskompatibilität zu älteren Xbox-Spielen bieten würde, bliebe dieses Feature den dazugehörigen PCs verwehrt. Dieser Schachzug deutet bereits auf die komplexen lizenzrechtlichen Hürden hin, die Microsoft bei diesem Vorhaben überwinden muss.
Die Revolution der digitalen Schaufenster
Die wahre Sprengkraft des Gerüchts liegt in der potenziellen Fähigkeit der Konsole, auf die gigantischen Spielebibliotheken von Steam und GOG zuzugreifen. Dies wäre ein beispielloser Bruch mit der Tradition der geschlossenen Ökosysteme, die Konsolen seit jeher definieren. Interessanterweise scheinen die rechtlichen Probleme hier nur in eine Richtung zu bestehen. Während Publisher angeblich wenig begeistert von der Idee sind, ihre verkauften Xbox-Lizenzen einfach in PC-Lizenzen umzuwandeln, scheint der umgekehrte Weg – der Zugriff von der Xbox auf die eigene Steam-Bibliothek – juristisch unproblematisch zu sein. Selbst die bisherige „Play Anywhere“-Initiative, die einen einzigen Kauf für PC und Xbox ermöglicht, sei den Publishern laut dem Leaker noch immer ein Dorn im Auge.
Der schmerzhafte Preis der Freiheit
Diese nie dagewesene Offenheit hätte jedoch eine dramatische Konsequenz. Wenn Microsoft den Spielern erlaubt, ihre Games über Steam zu kaufen, verzichtet das Unternehmen auf seine übliche Beteiligung von 30 Prozent an jedem verkauften Titel – die Haupteinnahmequelle aller Konsolenhersteller. Um die Hardware weiterhin finanziell tragfähig zu machen, müsste Microsoft den Verkaufspreis der Konsole drastisch anheben. Der Leaker spricht von einer Summe, die rund doppelt so hoch sein könnte wie jene der erwarteten PlayStation 6. Es wäre der ultimative Tausch: unbegrenzte Freiheit gegen einen extrem hohen Einstiegspreis.
Dieser strategische Schwenk würde Microsofts Absicht untermauern, noch tiefer in den lukrativen PC-Gaming-Markt vorzustoßen, während Sony sich gerüchteweise eher auf den Handheld-Sektor konzentriert. Dennoch vernachlässigt Microsoft den mobilen Bereich nicht, wie die bevorstehende Veröffentlichung der in Kooperation mit Asus entwickelten Handhelds ROG Xbox Ally und Xbox Ally X am 16. Oktober beweist. Die nächste Generation verspricht einen faszinierenden Kampf der Philosophien, bei dem die Xbox aufhören könnte, nur eine Konsole zu sein, um zu etwas völlig Neuem zu werden.

