Wintersturm 'Elli' legt den Norden Deutschlands lahm
Wintersturm 'Elli' sorgt derzeit für erhebliche Behinderungen im deutschen Verkehr. Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr in Norddeutschland gestoppt, insbesondere der Großraum Hannover ist stark betroffen. Das Unternehmen erklärte, der Betriebsstopp sei notwendig, um die Sicherheit von Fahrgästen, Mitarbeitern und Fahrzeugen zu gewährleisten. Ersatzweise werden Aufenthaltszüge in Hannover bereitgestellt, während Züge von weiteren Städten wie Dortmund, Münster oder Bielefeld verkehren. Nordrhein-Westfalen spürt ebenfalls die Auswirkungen, während die Bahn bemüht ist, Passagiere an den Bahnhöfen zu versorgen.
Auch die Straßen Deutschlands kämpfen mit den Folgen des plötzlichen Wintereinbruchs. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor glatten und zugeschneiten Straßen in vielen Gebieten. Besonders tragisch sind die Ereignisse in Bayern, wo es zu zwei tödlichen Unfällen gekommen ist. In Niederbayern starben zwei Menschen bei einem Frontalzusammenstoß, der vermutlich wetterbedingt war. In der Oberpfalz prallte ein Wagen gegen einen Baum, was ebenfalls tödlich endete.
Auch in anderen Teilen Deutschlands, etwa rund um Hannover, führten winterliche Straßenverhältnisse zu Unfällen, während in manchen Regionen der Verkehr ungewöhnlich ruhig blieb. Auf verschiedenen Autobahnen, insbesondere in Osthessen, kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen durch festgefahrene Lastwagen. Lkw-Fahrer wurden gebeten, die Straßen zu verlassen und Rastplätze aufzusuchen, während Räumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk im Einsatz waren. Ein Linienbus rutschte bei Calw in Baden-Württemberg einen Hang hinunter, wobei drei Personen leicht verletzt wurden.
Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes weisen darauf hin, dass 'Elli' kein Jahrhundertsturm ist, sehen jedoch für viele Regionen Unwetterwarnungen vor. Vor allem im Norden und den Mittelgebirgen drohen Schneeverwehungen durch stürmische Winde. Im Süden und Westen könnte Schnee in Regen übergehen, was Glättegefahr erhöht. Bis zu 15 Zentimeter Neuschnee werden erwartet, in Staulagen der Mittelgebirge bis zu 20 Zentimeter. Der Deutsche Wetterdienst erklärt, dass der starke Schneefall im Laufe des Nachmittags und Abends nachlassen soll.
Die Deutsche Bahn rät Reisenden, ihre Fahrten zu verschieben. Bereits erworbene Fahrkarten bleiben gültig. Auch im Luftverkehr gab es am Frankfurter Flughafen keine nennenswerten Störungen. Der Betrieb hielt sich im 'ruhigen Winterbetrieb', während der Fährverkehr an der niedersächsischen Küste nahezu eingestellt wurde. Einige Inseln sind aufgrund der Wetterlage derzeit nicht erreichbar.
Bildungseinrichtungen sind ebenfalls betroffen: In Hamburg, Niedersachsen und weiteren nördlichen Bundesländern entfällt der Unterricht an Schulen, was teilweise auch Distanzlernen oder Notbetreuung erfordert. Die Entscheidung resultiert aus den Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr, insbesondere der Schulbusse, die vielerorts nicht fahren können.

