Lebensgefährliches Virus

WHO warnt: Ebola im Kongo mit hoher Ausbreitungsgefahr

17. Mai 2026, 18:35 Uhr · Quelle: dpa
WHO ruft wegen Ebola-Ausbruchs internationalen Alarm aus
Foto: Hajarah Nalwadda/AP/dpa
Die WHO hat eine Gesundheitsnotlage ausgerufen.
In der Demokratischen Republik Kongo ist eine seltene Ebola-Variante ausgebrochen. Es gibt hunderte Verdachtsfälle, aber keinen Impfstoff. Die WHO warnt zehn Länder vor einer Ausbreitung.

Kinshasa (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs in Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Die seltene Bundibugyo-Variante des Virus, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudämmen. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC sprach zuletzt von 336 Verdachtsfällen und 88 Todesfällen – einen davon im angrenzenden Uganda.

Die WHO hat eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Alle zehn Nachbarländer des Kongo seien einem hohen Risiko ausgesetzt. Mit diesem Schritt will die UN-Behörde in Genf unter anderem Nachbarländer in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar.

Warken: Gefahr von Ebola in Deutschland ist «äußerst gering»

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sieht nach dem schweren Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo derzeit keinen Handlungsbedarf in Deutschland. In der Bundesrepublik ist das Risiko «als äußerst gering einzuschätzen», sagte die CDU-Politikerin im ARD-«Bericht aus Berlin». «Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen.» Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für «nahezu ausgeschlossen».

Warken sagte, die internationale Gesundheitsnotlage solle vor allem die Behörden in den betroffenen Regionen unterstützen und Maßnahmen zur Eindämmung erleichtern. Zugleich betonte sie, es handle sich um ein örtlich begrenztes Geschehen. «Es ist aus meiner Sicht nahezu ausgeschlossen, dass es jetzt noch weitere Warnstufen geben muss.»

Bislang ist von dem Ausbruch vor allem die Provinz Ituri im Nordosten des Kongo betroffen. Ein Mann aus dem Kongo war mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins benachbarte Uganda gereist und dort in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Kampala an Ebola gestorben. Die Leiche des Mannes war laut Africa CDC anschließend – wiederum mit öffentlichen Verkehrsmitteln – zurück in den Kongo transportiert und dort beerdigt worden. Zusätzlich sei eine weitere infizierte Person aus dem Kongo nach Uganda gereist, so die WHO. Die WHO hatte zunächst auch von einem Fall in der Metropole Kinshasa berichtet, doch in einem weiteren Lagebericht wurde klargestellt, dass die Person doch nicht infiziert war.

Gefahr einer schnellen Ausbreitung

Der ansteigende Trend von Verdachts- und Todesfällen weise darauf hin, «dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bislang entdeckt und berichtet», hieß es von der WHO. Man habe es in dem am stärksten betroffenen Gebiet mit einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitären Krise und starken Bevölkerungsbewegungen zu tun. Es handle es sich um ein «außergewöhnliches Ereignis». Deshalb bestehe ein beträchtliches Risiko für eine lokale und regionale Ausbreitung des Virus. Die Provinz Ituri grenzt an Uganda und den Südsudan. Ein weiteres Nachbarland, Ruanda, schloss am Sonntagmorgen seine Grenze zum Kongo.

Nach Angaben der WHO trat der erste bekannte Verdachts- und Todesfall bereits gegen Ende April in der Stadt Bunia auf. Es handelte sich um eine Person, die im Gesundheitswesen tätig war. Die WHO geht aber davon aus, dass der Ausbruch nicht dort begann, sondern in einem Bergbaugebiet. Von dort seien Infizierte wohl unter anderem nach Bunia gekommen, hieß es in einem Lagebericht der WHO am Sonntag.

Ärzte ohne Grenzen plant Großeinsatz

Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verkündete, sie bereite einen Großeinsatz vor. «Die Zahl der Fälle und Todesfälle, die wir in so kurzer Zeit beobachten, ist äußerst besorgniserregend», sagte die Leiterin des Nothilfeprogramms von Ärzte ohne Grenzen, Trish Newport. Dazu komme die Ausbreitung über mehrere Gesundheitszonen innerhalb des Kongo hinweg sowie über die Grenze nach Uganda. 

Die Lage sei zusätzlich dadurch erschwert, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung in der Region schwierig sei, so Newport. Die Organisation stelle derzeit Teams zusammen, die Erfahrung im Umgang mit Ausbrüchen von viralem hämorrhagischem Fieber hätten und mobilisiere lebenswichtige Hilfsgüter.

Seltene Ebola-Variante ohne Impfstoff

Bei früheren Ausbrüchen der lebensbedrohlichen Krankheit hatte es sich laut Africa CDC hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus gehandelt, für den ein Impfstoff entwickelt wurde. Allerdings habe die nun in mehr als einem Dutzend Fällen bestätigten Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent.

Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Variante gegeben, 2007 in Uganda sowie 2012 im Kongo.

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.

Krankheit / Gesundheit / Wissenschaft / Demokratische Republik Kongo / Uganda / Wochenendzusammenfassung / Ebola
17.05.2026 · 18:35 Uhr
[6 Kommentare]
Polizei - Symbolbild
Schorndorf (dpa) - Das in Schorndorf bei Stuttgart leblos in einem Auto entdeckte Kleinkind ist ersten Ermittlungen der Polizei zufolge zuvor von seiner Mutter im Fahrzeug vergessen worden. Die 44-Jährige habe das etwa 20 Monate alte Mädchen erst nach mehreren Stunden am Nachmittag wieder im Auto aufgefunden, teilte das Polizeipräsidium Aalen mit. […] (04)
vor 6 Minuten
Zara McDermott
(BANG) - Zara McDermott kämpft derzeit mit erheblichen Schlafproblemen. Die TV-Moderatorin verriet in einem YouTube-Video, dass ihr Schlaf in den vergangenen Wochen "mehr als schrecklich" gewesen sei. Besonders die beruflich bedingte Trennung von ihrem Freund Louis Tomlinson mache ihr zu schaffen. Innerhalb eines Monats habe die 29-Jährige drei […] (00)
vor 4 Stunden
FRITZ!WLAN Stick 6700 – Wi‑Fi‑7‑Upgrade für PC und Notebook
Mit dem FRITZ! WLAN Stick 6700 bringt FRITZ! ein einfaches Wi-Fi 7 Upgrade für PCs und Notebooks. Geräte, die den aktuellen Wi-Fi 7-Standard noch nicht unterstützen, können mit dem Stick im Handumdrehen von schnellstem WLAN profitieren. Als Triband‑Adapter funkt der neue WLAN-Stick auf 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz für schnelle und stabile Verbindungen. Der […] (00)
vor 3 Stunden
GTA 5 bekommt plötzlich ein kostenloses Upgrade – Rockstar überrascht Fans
Die ganze Welt wartet gefühlt auf den dritten Trailer samt Preis- und Editionen-Ankündigungen von GTA 6, dann macht Rockstar Games macht einen überraschenden Schritt. Die Upgrades von Grand Theft Auto V (GTA 5) auf PlayStation 5 und Xbox Series X/S werden ab dem 18. Juni 2026 kostenlos. Wer bereits die PS4-Version oder die digitale Xbox-One-Version […] (00)
vor 1 Stunde
Patton Oswalt
(BANG) - Patton Oswalt würde gerne eine Fortsetzung von 'Ratatouille' drehen. Der 57-jährige Schauspieler lieh dem Nagetier-Protagonisten Remy im Pixar-Animationsfilm von 2007 seine Stimme und hat verraten, dass er bereit wäre, in einer Fortsetzung mitzuspielen, sollte Regisseur Brad Bird eine gute Idee haben. Im Podcast 'Obsessed' von 'The Daily Beast' […] (00)
vor 4 Stunden
WM 2026 - Portugal - DR Kongo
Houston (dpa) - Superstar Cristiano Ronaldo stemmte erst fassungslos die Hände in die Hüften, dann schritt der Portugiese nach dem verpatzten Start bei seiner sechsten WM frustriert in Richtung Kabine. Das als Mitfavorit gehandelte Team des 41-Jährigen kam gegen den Außenseiter Demokratische Republik Kongo nur zu einem 1: 1 (1: 1).  Gut 16 Stunden nach […] (00)
vor 56 Minuten
cryptocurrency, business, finance, money, wealth, gold, cash, monetary, investment, ethereum
Der Krypto-Experte von Andreessen Horowitz, Miles Jennings, hat das kürzlich in Illinois verabschiedete Gesetz zur Besteuerung digitaler Vermögenswerte scharf kritisiert. Er bezeichnete es als eines der "krypto-feindlichsten Gesetze in den USA". Das Gesetz sieht eine Steuer von 0,2% auf den Austausch, die Übertragung und die Verwahrung digitaler […] (00)
vor 39 Minuten
Ein Fahrzeug, viele Möglichkeiten
Vogelsbergkreis, 17.06.2026 (lifePR) - „Wir gehen neue Wege im Vogelsbergkreis: Denn zusammen mit Grebenhain, Alsfeld, Lauterbach und Homberg stellen wir eine wichtige Säule im Brand- und Katastrophenschutz zukunftsfähig auf“, sagt Landrat und Gefahrenabwehrdezernent Dr. Jens Mischak. Gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Marcell Büttner und Kreisbrandmeister Tony Michelis stellt er am Standort der […] (00)
vor 3 Stunden
 
Zentralrat der Juden (Archiv)
Berlin - Angesichts neuer Zahlen zu antisemitischen Straftaten in Deutschland hat der […] (00)
Spielschein für Lotto 6 aus 49 (Archiv)
Saarbrücken - In der Mittwochs-Ausspielung von "6 aus 49" des Deutschen Lotto- und […] (01)
Biontech (Archiv)
Berlin - Der US-Biotech-Konzern Moderna will in Deutschland in eigene […] (00)
Appell an Innenminister: Mehr Schutz vor rechter Gewalt
Hamburg (dpa) - Zum Start ihrer Frühjahrskonferenz sehen sich die Innenminister von […] (01)
No Angels
(BANG) - Die Fans der No Angels müssen erneut eine Enttäuschung hinnehmen: Die […] (01)
Einführung in den Preiskampf Die Fußball-Weltmeisterschaft, die in diesem Jahr in […] (01)
Edge of Memories – werft einen Blick auf die Demo beim Steam Next Fest
NACON  und  Midgar Studio  kündigen an, dass die Demo des in Frankreich entwickelten […] (00)
Ein Mann hält das Android-Smartphone Google Pixel 10
Berlin (dpa/tmn) - Google hat Android 17 veröffentlicht. Die neueste Version des […] (00)
 
 
Suchbegriff