Wende im US-Atomsektor: Aufschwung im Nuklearbereich dank neuer Initiativen
Der Vormarsch der Vereinigten Staaten im Bereich der Atomkraft zeichnet sich durch einen bemerkenswerten Wendepunkt ab. Seit Jahrzehnten führender Produzent von Kernenergie, importiert das Land dennoch 98 Prozent seines benötigten Uranrohstoffs. Dies liegt daran, dass die USA nur für weniger als ein Prozent der weltweiten Uranproduktion verantwortlich sind, wobei Kasachstan, Kanada und Namibia etwa zwei Drittel der globalen Produktion kontrollieren. Diese Diskrepanz wurzelt in früheren Regierungsentscheidungen, die Uranförderung zu vernachlässigen und in negativen Auswirkungen öffentlicher Wahrnehmung durch verschiedene Zwischenfälle.
Doch nun erlebt die amerikanische Nuklearindustrie eine Renaissance. Ausgelöst durch den globalen Energienotstand, der durch Russlands Invasion in der Ukraine verschärft wurde, stiegen die Uranpreise erheblich an. Dies gab den Anstoß für eine breite politische Förderung der Kernenergie. Mit Maßnahmen wie einem amerikanischen Importverbot für russisches Uran und beträchtlichen Bundesmitteln für die Ausweitung der Urananreicherung reagierte die US-Regierung auf die Energiekrise. Hinzu kommen kürzlich erlassene Anordnungen unter der Präsidentschaft Trumps, die den Ausbau des nuklearen Outputs um das Vierfache bis 2050 vorsehen.
Den Uranminen im Land wird neues Leben eingehaucht. Dabei überrascht die Geschwindigkeit, mit der das Bureau of Land Management Projekte genehmigt. Anfield Energy erhält Unterstützung für die Wiedereröffnung der Velvet-Wood-Mine und plant zudem die Wiederaufnahme der Shootaring Canyon Mühle nach jahrzehntelangem Stillstand. Mit der zunehmenden Elektrizitätsnachfrage durch den Boom von KI-Datenzentren und Kryptowährungen spielen diese Entwicklungen eine zentrale Rolle.
Dennoch gibt es Stimmen der Vorsicht. Der CEO von Energy Fuels, Mark Chalmers, betont, dass trotz der Reaktivierung aller derzeit genehmigten Uranprojekte der Bedarf der USA nicht gedeckt werden könne. Zudem ist das Land nur auf einen minimalen Anteil der globalen Uranreserven angewiesen. Eine mögliche Lösung bieten Thoriumreaktoren, die weniger Abfall produzieren und sicherer sind als ihre Urangegenstücke. Das amerikanische Energieministerium hat bereits die Entwicklung eines thoriumbasierten Brennstoffs namens ANEEL erfolgreich getestet. Diese Bemühungen signalisieren einen vielversprechenden Schritt in der Verwirklichung einer sauberen Energiezukunft, auch wenn die Herausforderung gewaltig bleibt.

