Wasserversorgung in Deutschland: Engpässe durch Klimawandel erwartet
Wegen anhaltender Hitze und Dürre in Deutschland stehen kommunale Versorgungsunternehmen vor neuen Herausforderungen. Der Verband kommunaler Versorgungsunternehmen (VKU) hat in einer aktuellen Umfrage herausgefunden, dass fast die Hälfte der 127 befragten Wasserversorger mit einer steigenden Nachfrage in Hitzeperioden kämpft. Besonders steigende Temperaturen und Trockenheit setzen der Wasserversorgung zu, wodurch bereits bei einem Viertel der Unternehmen zeitweise Engpässe auftraten.
Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass in 16 Prozent der Fälle die technischen Anlagen an ihre Leistungsgrenzen stoßen und in 13 Prozent die Wasserressourcen nicht ausreichen. Langfristig rechnen zwei Drittel der Befragten mit einer Zunahme der Engpässe, wobei 18 Prozent von einer deutlichen Verschlimmerung ausgehen. Besonders betroffene Regionen sind Teile von Franken und Brandenburg.
Der VKU sieht die kommunale Wasserwirtschaft jedoch insgesamt gut gerüstet, wie Karsten Specht, Vizepräsident des Verbands, betonte. Dennoch müsse sich die Branche zunehmend an häufigere Hitze- und Dürreperioden anpassen. Ein Viertel der Unternehmen ist aufgrund von Behördenauflagen oder Einschränkungen in der Wassernutzung betroffen. Im Sommer wenden sich viele Unternehmen direkt an die Bevölkerung, um zum sorgsamen Umgang mit Wasser aufzurufen.
Um die künftige Wasserversorgung zu sichern, fordert der Verband politische Unterstützung. Im Fokus steht die Priorisierung der öffentlichen Wasserversorgung bei Nutzungskonflikten, die gesetzlich noch nicht verankert ist. Zudem spricht sich der VKU für vereinfachte Planungsverfahren und vorbeugende Investitionen aus, mit der Hoffnung auf Fördermittel aus dem Bundes-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität.

