Wandel im Fleischregal: Mehr Tierwohl durch erweiterte Haltungskennzeichnung
Die Konsumenten in den deutschen Supermärkten setzen verstärkt auf Fleischprodukte aus tierfreundlicheren Haltungsbedingungen – das zeigt die jüngste Entwicklung der Haltungskennzeichnung. Die Kategorisierung von Fleisch in verschiedene Haltungsstufen führte zu einem signifikanten Rückgang des Anteils von Schweinefleisch aus der niedrigsten Haltungsstufe im SB-Regal. Während im Vorjahr noch 7,1 Prozent in diese Kategorie fielen, sind es aktuell lediglich 1,5 Prozent. Diese Zahlen wurden im Rahmen der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin veröffentlicht.
Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass im Bereich Geflügelfleisch – konkret bei Puten und Hähnchen – kein Produkt mehr aus der untersten Haltungsstufe angeboten wird. Beim Rindfleisch zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Mehr als drei Viertel stammen nach wie vor aus der Stufe 1, obwohl auch hier ein leichter Rückgang von 77 auf 75,6 Prozent zu verzeichnen ist. Diese Kennzahlen betreffen das Frischfleisch sowie Hackfleischprodukte der Eigenmarken, die den Löwenanteil im Angebot ausmachen.
Ein freiwilliges Kennzeichnungssystem, das bereits seit 2019 existiert, weist mit den Ziffern 1 bis 4 auf die Haltungsbedingungen hin. Im Einklang mit einem neuen staatlichen Logo, das ab Sommer für Schweinefleisch verpflichtend wird, erfolgt eine Umstellung auf fünf Stufen. Im Bereich Schweinefleisch, das höheren Anforderungen entspricht, verzeichnete Stufe 2 beispielsweise einen Anstieg auf 90,5 Prozent. Zudem gab es Zuwächse in den höheren Stufen 3 und 4 bei allen Fleischarten.
Grund für diese Verschiebungen ist die Initiierung des "Initiative Tierwohl"-Programms, das seit zehn Jahren durch Zusammenschlüsse aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Handel existiert. Rund 14.000 Betriebe erhalten Preisaufschläge, wenn sie sich an die erhöhten Tierwohlkriterien halten, wodurch ein beachtlicher Teil des Marktes — bei mehreren Tierarten — abgedeckt wird.

