Volkswagen trotzt unsicherem Umfeld: Umsatzwachstum und Investitionspläne im Fokus
Der Volkswagen-Konzern setzt trotz der anhaltenden Herausforderungen in der Automobilbranche und einem scharfen Wettbewerb in China ehrgeizig auf Umsatzwachstum im kommenden Jahr. Konzernchef Oliver Blume erwartet bei der operativen Marge der Kernmarke VW jedoch keine großen Verbesserungen, selbst mit dem Einsatz eines umfangreichen Sparprogramms.
Insbesondere in China, einem der bedeutendsten Märkte, rechnet das Unternehmen mit anhaltenden Schwierigkeiten, die das Ergebnis weiter schmälern könnten. Trotz dieser Herausforderungen verzeichnete die Aktie von Volkswagen eine bemerkenswerte Leistung und setzte ihren Erfolgskurs fort.
Der Kurs des im DAX notierten Vorzugspapiers stieg um 2,6 Prozent auf 113 Euro, was einem Wachstum von über 25 Prozent im bisherigen Jahr entspricht. Der Marktanalyst Jose Asumendi von JPMorgan beschreibt den Ausblick für das neue Jahr als vorsichtig, betont jedoch die Bedeutung der zukünftigen Performance der Renditeperle Porsche, die mit erheblichen Investitionen einen Umbruch anstrebt.
Für 2025 peilt Volkswagen eine Umsatzsteigerung von bis zu 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 324,7 Milliarden Euro an. Die operative Marge soll zwischen 5,5 und 6,5 Prozent bleiben, stabil im Vergleich zum Vorjahr. Analysten hatten eine solche Stabilität in der Marge weitgehend erwartet.
Gleichzeitig plant das Unternehmen einen umfangreichen Stellenabbau in Deutschland bis 2030, der ohne betriebsbedingte Kündigungen über Vorruhestand und Altersteilzeit umgesetzt werden soll. Neben globalen Unsicherheiten und Handelshemmnissen sieht sich Volkswagen in Nordamerika mit potenziellen Zolländerungen konfrontiert, während in der EU mögliche Erleichterungen bei Strafzahlungen für CO2-Emissionen diskutiert werden.
Der Netto-Cashflow aus dem Autogeschäft wird für 2025 auf zwei bis fünf Milliarden Euro geschätzt, einschließlich Zukunftsinvestitionen und Umstrukturierungsmaßnahmen. Das vergangene Jahr schloss Volkswagen mit einem leicht positiven Ergebnis und einem operativen Gewinnrückgang um 15 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro ab.
Verantwortlich waren unter anderem gestiegene Fixkosten und Sonderausgaben, die zu einer bereinigten operativen Marge von 6,7 Prozent führten. Eine Dividendenkürzung um 30 Prozent wurde angekündigt, bedingt durch den um 31 Prozent gesunkenen Nettogewinn.
Volkswagen plant, die Investitionen in den kommenden Jahren zu reduzieren und stärker zu synergisieren, um die Investitionen in den traditionellen Verbrennungsmotor sukzessive zurückzufahren. Die Weiterentwicklung der Batteriesparte und schnellere Fortschritte über Partnerschaften wie mit Rivian sind ebenfalls zentrale Zukunftsziele, um den Herausforderungen der Elektromobilität und Vernetzung zu begegnen.
Trotz der hohen Anlaufverluste der Softwareeinheit Cariad strebt VW eine bessere Anpassung an das Marktumfeld an.

