Verteidigung ist der beste Angriff
Elmar Geese ist Vorstand der Greenbone AG. Warum sich KI nicht selbst vor Angriffen schützen kann, erklärt er im Interview.

26. September 2025, 10:00 Uhr · Quelle: Pressebox
Verteidigung ist der beste Angriff
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Ein gut geprüftes und sicher konfiguriertes System ist nicht leicht zu kompromittieren.
In Zeiten zunehmender Cyberbedrohungen ist Verteidigung der stärkste Schutz. Experten erklären, wie KI und bekannte Methoden Unternehmen helfen, Schwachstellen zu beheben und Souveränität zu wahren.

Hamburg, 26.09.2025 (PresseBox) - Die aktuelle politische Lage in Europa macht eine stärkere Souveränität zu einer zentralen Herausforderung. In Zeiten, in denen Konflikte wieder vor unserer Haustür ausgetragen werden und transatlantische Partnerschaften nicht mehr uneingeschränkt verlässlich sind, wird Handlungsfähigkeit zu einer existenziellen Frage. Sicherheit hängt sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich unmittelbar von der eigenen Verteidigungsfähigkeit ab und betrifft damit alle Lebensbereiche gleichermaßen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich asymmetrische Konflikte als prägende Form der Kriegsführung etabliert. Schon Clausewitz sagte: "Die Verteidigung ist eine stärkere Form des Kampfes als der Angriff."

Gerade im digitalen Raum zeigt sich jedoch ein entscheidender Unterschied: Cyberangriffe lassen sich vergleichsweise einfach durchführen, während ihre Abwehr weitaus komplexer und ressourcenintensiver ist. Diese Asymmetrie macht deutlich, dass souveräne Lösungen und eine strategische Vorbereitung nicht nur wünschenswert, sondern notwendig sind, um Sicherheit und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Herr Geese, was bedeuten asymmetrische Konflikte in Bezug auf Cybersicherheit?

Cyberangriffe werden maßgeblich durch Asymmetrie, Kosten und Entdeckbarkeit begünstigt: Angreifer müssen lediglich eine einzelne Schwachstelle ausnutzen, während Verteidiger alle potenziellen Lücken schließen müssen, was die Angreifenden klar im Vorteil sieht. Gleichzeitig sind Angriffe deutlich kostengünstiger durchzuführen als eine umfassende Verteidigung. Hinzu kommt, dass Angriffe oft aus dem Hinterhalt erfolgen: Selbst, wenn Angreifer lokalisiert werden, ist ein direktes Eingreifen meist schwierig. In einem Umfeld, in dem Angriffe einfach und günstig sind, verschiebt sich das Kräfteverhältnis stark zugunsten der Angreifer, und durch den Einsatz von KI als Angriffswerkzeug wird diese Bedrohung noch verstärkt.

Was können wir dagegen tun?

Zunächst die gute Nachricht: Die meisten Sicherheitslücken sind bekannt, und wer sie schließt, ist schon gut geschützt. Ein aktuelles Beispiel: Westliche Sicherheitsbehörden warnten gemeinsam per Brandbrief vor der chinesischen Angreifergruppe „Salt Typhoon“, die weltweit Organisationen gefährdete. Der Angriff nutzte jedoch nur eine Kombination seit Jahren bekannter Schwachstellen. Unsere Kunden waren geschützt, weil wir rechtzeitig vor genau diesen Lücken warnen konnten.

Die oft zitierten Zero-Day-Schwachstellen sind dagegen extrem selten und teuer zu entwickeln. Auch hier gilt: Ein gut geprüftes und sicher konfiguriertes System ist nicht leicht zu kompromittieren. Was wir tun können, ist daher klar: Systeme regelmäßig prüfen und sicher konfigurieren.

Wird die Lage durch KI sicherer oder gefährlicher?

KI ist keine Science-Fiction. Sie findet sowohl in der Gegenwart statt und ist gleichzeitig nur konventionelle Hardware und Software – von Menschen entwickelt, zumindest heute noch. Daher müssen wir die Frage nach Sicherheit heute mit „beides“ beantworten. Ein großes Problem ist, dass heutige KI-Systeme ohne Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten entwickelt wurden. Sie können sowohl mit KI-gesteuerten als auch konventionellen Methoden angegriffen werden und sind nicht in der Lage, sich ausreichend selbst zu schützen. Die Verteidigung von KI muss daher derzeit größtenteils auf herkömmlichen Methoden beruhen.

Anders verhält es sich im Verteidigungsbereich: So nutzt das Luftabwehrsystem Iron Dome seit etwa 2014 KI-Funktionen, die mittlerweile entscheidend dazu beitragen, über 90 Prozent der anfliegenden Raketen abzufangen. In der Informationstechnologie ist dies noch nicht möglich und wird es vielleicht auch nicht werden. Deshalb müssen wir uns bei der Sicherheit stark auf Nicht-KI-Systeme verlassen. KI kann jedoch unterstützen, indem sie Routineaufgaben übernimmt, Sicherheitslösungen effizienter macht und Agenten bei ihrer Arbeit entlastet.

Wie unterstützt Greenbone Unternehmen hinsichtlich ihrer Verteidigung?

Wir finden die Schwachstellen, bevor sie von Angreifern ausgenutzt werden können. Einerseits gilt das für die direkten Angriffe, aber auch für die, die zum Beispiel über Phishing ins Netzwerk der Kunden getragen werden. Jeder Angriff nutzt bestehende und bekannte Schwachstellen aus. Wir unterstützen bei der Priorisierung und bei der Behebung, und das auch in sehr großen Netzen mit einigen zehntausend Geräten. Das können wir sowohl im Unternehmen, in der Industrie, aber auch in Bereichen mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen. Im europäischen Markt hilft besonders, das wir Unterstützung auch in der jeweiligen Landessprache anbieten können, durch unsere Tochterunternehmen in Italien, Benelux und Großbritannien.

Sicherheit / Cybersicherheit / Asymmetrischeä Konflikte / KI / Verteidigung
[pressebox.de] · 26.09.2025 · 10:00 Uhr
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