Anstieg der Schlichtungsanträge bei der Bundesnetzagentur: Frust über Paketzustellung und Internetqualität
Immer mehr Bundesbürger suchen Unterstützung bei der Bundesnetzagentur, um Streitigkeiten über verlorene Pakete oder unzuverlässiges Internet aufzuklären. Im vergangenen Jahr sind die Anträge auf Schlichtung im Bereich Postdienste um etwa ein Viertel auf 4.805 gestiegen, wie die Behörde mitteilt. Schon im Jahr 2024 verzeichnete man einen signifikanten Anstieg von Verbraucheranfragen. Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei der Schlichtungsstelle Telekommunikation, die 2025 ebenfalls eine deutliche Zunahme an Schlichtungsanträgen verzeichnete.
Bei rund drei Vierteln der Post-Schlichtungsanträge stehen Probleme bei der Paketzustellung im Mittelpunkt, der Rest verteilt sich auf Päckchen, Einschreiben und Briefe. Hauptstreitpunkt sind verlorene Sendungen, während etwa ein Fünftel der Fälle auf beschädigte Lieferungen entfällt. Obwohl die Schlichtungsversuche der Bundesnetzagentur häufig ins Leere laufen, erzielen einige Verfahren eine Einigung. Aus den 2.199 zugelassenen Post-Schlichtungsanträgen des letzten Jahres wurden in 823 Fällen zufriedenstellende Lösungen gefunden.
Die Netzagentur kann nicht öffentlich benennen, um welche Unternehmen es in den Schlichtungen geht. Bei separaten Beschwerden zeigt sich jedoch, dass der Marktführer DHL/Deutsche Post etwa 90 Prozent der Fälle betrifft. Dieser Anteil ist vermutlich bei den Schlichtungsverfahren geringer. DHL dominiert den deutschen Paketmarkt mit über 40 Prozent und den Briefmarkt mit etwa 85 Prozent Marktanteil, während Konkurrenten wie Hermes, DPD, GLS und Amazon ebenfalls aktiv sind. Der Verband BPEX, Vertreter der DHL-Konkurrenten, führt den Anstieg der Schlichtungsanträge auf die gestiegene Bekanntheit des Verfahrens zurück und betont, dass diese Anträge nur einen geringen Bruchteil der insgesamt mehr als vier Milliarden zugestellten Pakete im Jahr 2025 ausmachen.
Internetverträge sorgen ebenfalls für Unmut. Bei der Schlichtungsstelle Telekommunikation wurden im letzten Jahr 5.524 Anträge eingereicht, was mehr als eine Verdopplung im Vergleich zu 2024 darstellt. Themen waren unter anderem Vertragsinhalte, technische Störungen und zu langsames Internet. Von den Verfahren endeten 1.274 mit einer Einigung.

