Warnstreikwelle in Nordrhein-Westfalen: Öffentlicher Dienst legt Lahm
Die jüngste Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst erfasst Nordrhein-Westfalen mit voller Wucht. Am Mittwoch stehen zahlreiche Schulen, Universitätskliniken und Hochschulen im Fokus der Streikaktionen. Für den Donnerstag sind weitere Arbeitsniederlegungen an Bildungseinrichtungen geplant.
Die Gewerkschaft Verdi hat insbesondere Mitarbeitende der sechs großen Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster zum Warnstreik aufgerufen. Hier müssen Patienten vorübergehend mit Beeinträchtigungen rechnen, auch wenn Notdienste dafür sorgen, dass dringende Fälle weiterhin versorgt werden.
Gespräche zu Gehaltsanpassungen für verschiedene Berufsgruppen, darunter Pflegekräfte und Labormitarbeitende, stehen im Mittelpunkt – jedoch sind Ärzte bei diesen Verhandlungen nicht beteiligt. Auch der Hochschulbetrieb wird unter den Streiks leiden, ähnlich wie bei früheren Aktionen, bei denen Bibliotheken geschlossen und der Lehrbetrieb eingeschränkt wurden.
Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf Streikaktionen der Autobahn GmbH, die jedoch voraussichtlich keine größeren Auswirkungen auf den Verkehr haben werden, da kritische Kontrollzentralen nicht bestreikt werden. Dennoch könnten die geplanten öffentlichen Demonstrationen zu Verkehrsstörungen in großen Städten führen.
Die Bildungsstreiks betreffen insbesondere Schulen in den Regierungsbezirken Arnsberg und Düsseldorf am Mittwoch sowie Detmold und Münster am Donnerstag, organisiert von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Diese sieht das Risiko von Unterrichtsausfällen und betont die Einbindung verschiedenster pädagogischer Fachkräfte in die Streikaktionen. Eltern wird geraten, die Informationen ihrer Schulen im Auge zu behalten, die versichern, sich um eine ausreichende Betreuung der Schülerinnen und Schüler zu kümmern.
Grundlage der Streiks sind die Forderungen nach Gehaltserhöhungen von sieben Prozent oder wenigstens 300 Euro mehr für Tarifbeschäftigte, während die Bundesländer diese als überzogen zurückgewiesen haben. Es besteht jedoch Hoffnung auf eine Einigung in den bevorstehenden Verhandlungsrunden im Februar, die in Potsdam stattfinden werden.

