Swatch Group bricht der Gewinn weg – Zuversicht für 2026
Gewinneinbruch trotz stabiler Marken
Im abgelaufenen Jahr sank der Konzerngewinn der Swatch Group auf 25 Millionen Franken, nach 219 Millionen Franken im Vorjahr. Auch operativ fiel das Ergebnis deutlich schwächer aus. Der Betriebsgewinn (Ebit) reduzierte sich auf 135 Millionen Franken, nachdem er ein Jahr zuvor noch bei 304 Millionen Franken gelegen hatte.
Der Rückgang ist bemerkenswert, da die Swatch Group mit Marken wie Omega, Longines und Tissot weiterhin über ein starkes und international etabliertes Portfolio verfügt. Die Schwäche lag weniger auf der Nachfrageseite als vielmehr in der Kostenstruktur.
Produktion bewusst nicht angepasst
Ein wesentlicher Grund für den Gewinneinbruch war eine strategische Entscheidung des Managements. Trotz einer spürbar schwächeren Nachfrage hielt der Konzern an seinen Produktionskapazitäten und Arbeitsplätzen fest. Auf Kurzarbeit wurde bewusst verzichtet.
Diese Entscheidung führte zu einem stark negativen Ergebnis in der Produktion, da Fixkosten nicht ausreichend durch Volumen gedeckt werden konnten. Kurzfristig belastete dieser Ansatz die Profitabilität erheblich, langfristig soll er jedoch die industrielle Substanz des Konzerns sichern.
Der starke Franken als zusätzlicher Belastungsfaktor
Neben den operativen Effekten wirkte sich auch die Währungssituation deutlich negativ aus. Der starke Schweizer Franken drückte den Umsatz um rund 308 Millionen Franken. Insgesamt sanken die Erlöse um 5,9 Prozent auf 6,28 Milliarden Franken.
Bereinigt um Wechselkurseffekte hätte das Umsatzminus lediglich 1,3 Prozent betragen. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark exportorientierte Schweizer Industriekonzerne von der Frankenstärke getroffen werden – selbst bei stabiler Nachfrage in den Absatzmärkten.
Dividende bleibt trotz schwacher Zahlen stabil
Trotz des massiven Gewinneinbruchs will die Swatch Group ihre Aktionäre nicht enttäuschen. Der Konzern plant, eine unveränderte Dividende von 4,50 Franken je Inhaberaktie auszuschütten.
Damit unterstreicht das Management seine Zuversicht in die eigene finanzielle Stabilität und signalisiert, dass der Gewinnrückgang als temporär angesehen wird, nicht als strukturelles Problem.
Management blickt optimistisch nach vorn
Für das laufende Jahr zeigt sich die Konzernführung deutlich zuversichtlicher. Das positive Momentum aus der zweiten Jahreshälfte 2025 habe sich im Januar fortgesetzt. Insbesondere für 2026 rechnet die Swatch Group mit einer sehr positiven Entwicklung bei Umsatz und Absatzvolumen.
Mit steigenden Volumina sollen die aktuell hohen Produktionsverluste deutlich reduziert werden. Ziel ist es, die Profitabilität substanziell zu verbessern, ohne Abstriche bei Kapazitäten oder Know-how machen zu müssen.
Schmerzhaftes Jahr, langfristige Wette
Die Zahlen zeigen ein schmerzhaftes Übergangsjahr für die Swatch Group. Der Gewinneinbruch ist erheblich und offenbart die Verwundbarkeit gegenüber Währungseffekten und hohen Fixkosten. Gleichzeitig setzt der Konzern bewusst auf Stabilität, industrielle Stärke und Durchhaltevermögen.
Ob diese Strategie aufgeht, wird sich 2026 zeigen. Sollte die Nachfrage wie erwartet anziehen, könnte sich die derzeitige Belastung als der Preis für eine deutlich stärkere Position im nächsten Aufschwung erweisen.


