US-Zollpolitik: Ein Pulverfass für die globale Wirtschaft?
Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor den potenziell verzögerten, aber tiefgreifenden Konsequenzen der US-Zollpolitik. In Nordamerika könnten Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichen, was die Inflation anheizen und sowohl die Geldpolitik als auch das Wirtschaftswachstum beeinflussen könnte, betonte IWF-Direktorin Kristalina Georgiewa. Außerhalb der Vereinigten Staaten besteht zudem die Gefahr, dass große Warenmengen, ursprünglich für den US-Markt bestimmt, eine zweite Welle von Zollerhöhungen auslösen könnten. Damit bleibt die Belastbarkeit der globalen Volkswirtschaft unvollständig auf die Probe gestellt, zumal die Jahrestagung von IWF und Weltbank vor der Tür steht.
Obwohl ein global ausufernder Handelskrieg bisher abgewendet werden konnte, sieht Georgiewa keinen Grund zur Entwarnung. Bereits jetzt habe die Weltwirtschaft erhebliche Schäden davongetragen. Hinzu kommt die Unsicherheit, die durch die variierenden Zölle in den USA entsteht. Der IWF hatte im Juli ein weltwirtschaftliches Wachstum von 3,0 Prozent prognostiziert, mit einer leichten Steigerung auf 3,1 Prozent für das Jahr 2026.
Die bevorstehenden Sitzungen des IWF und der Weltbank ab Montag bringen Vertreter aus Finanzwesen und Entwicklungszusammenarbeit zusammen, um ein Schlaglicht auf die künftigen wirtschaftlichen Herausforderungen zu werfen. Die neue globale Konjunkturprognose des IWF wird am Dienstag erwartet.

