US-Staatsanleihen steigen nach Powells Rede: Zinssenkung in Aussicht
Nach der Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell am Freitag erfreuten sich die Kurse von US-Staatsanleihen eines Aufschwungs. Die von ihm in Aussicht gestellten Leitzinssenkungen trugen zu dieser Entwicklung bei. Der Terminkontrakt für zehnjährige Papiere, der sogenannte T-Note-Future, stieg um beachtliche 0,56 Prozent auf 112,17 Punkte, während die Rendite der zehnjährigen Anleihe auf 4,25 Prozent sank.
Powell signalisierte bei einer Konferenz in Jackson Hole, dass mögliche Änderungen in der Geldpolitik anstehen, sollte sich das Risiko ändern. Besonders wurden die schwachen Arbeitsmarktdaten hervorgehoben, die eine Anpassung der Zinspolitik nahelegen könnten. Christoph Balz, Volkswirt der Commerzbank, erklärte, dass Powell möglicherweise bereits im September eine Zinssenkung in Betracht ziehen könnte, wenngleich er dabei mit Bedacht vorgehen möchte. Dies lasse auf eine mögliche Senkung um 0,25 Prozentpunkte schließen, mit einem weiteren Schritt im Dezember.
Dennoch bleibt eine Zinssenkung am 17. September aus Sicht vieler Ökonomen ungewiss. Elmar Völker von der LBBW betonte das bestehende Dilemma der Fed: Die Inflation könnte durch die Zollpolitik der US-Regierung weiter angeheizt werden, während die schwachen Arbeitsmarktzahlen für Juli die Bedenken hinsichtlich der Beschäftigungsentwicklung vertiefen.

