Ungarns Premier Orban begrüßt US-Machtverschiebung in Venezuela als Chance
Viktor Orban, Ungarns Ministerpräsident, bot auf einer Pressekonferenz einen bemerkenswert pragmatischen Blick auf die kürzlich erfolgte US-Intervention in Venezuela und die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro. Orban, der keine moralische Wertung vornahm, stellte heraus, dass diese Entwicklung für Ungarn vorteilhaft sei, indem sie die Kontrolle über die Erdölvorkommen Venezuelas in die Hände der USA legt. Er prognostiziert, dass dies zu einem Rückgang der Weltmarktpreise für Öl führen wird. Folglich blieb Ungarn als einziges EU-Mitgliedsland bei der Stellungnahme der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas, die zur Achtung des Völkerrechts aufforderte, distanziert. Orban erklärte, dass die bisherige "liberale Weltordnung" keine Relevanz mehr habe.
Inmitten dieser international brisanten Äußerungen steht Orban innenpolitisch unter Druck. Der rechtspopulistische Führer sieht sich in Ungarn einer aufstrebenden Opposition gegenüber, die in der Tisza-Partei unter der Führung von Peter Magyar organisiert ist. Magyar, einst selbst dem inneren Kreis von Orbans Fidesz angehörig, trennte sich entschlossen von dessen politischen Weg. Derzeit verzeichnen Meinungsumfragen einen Vorsprung für die Tisza-Partei. Trotz dieser Zahlen bleibt ein Wahlsieg für Magyar unsicher, da das ungarische Wahlsystem als schwer kalkulierbar gilt und Orban über beträchtliche mediale Kontrolle verfügt.

