Ukrainer verteidigen sich gegen massiven Beschuss: Besuch des Außenministers in Kiew
Nachdem die jüngsten massiven russischen Luftangriffe auf die Ukraine die Welt erneut in Alarmbereitschaft versetzt haben, hat Außenminister Johann Wadephul Kiew besucht, um sich ein persönliches Bild von der Lage zu machen. Eine seiner ersten Stationen war ein Standort der mobilen Luftverteidigung in der Hauptstadt, wo der CDU-Politiker über die aktuellen Verteidigungsaktivitäten informiert wurde.
Im Stadtteil Solomjanska besichtigte Wadephul anschließend ein Wohnhaus, das Mitte Juni durch russische Angriffe schwer beschädigt wurde. Besondere Tragik erlangt dieser Besuch durch die Tatsache, dass in diesem Gebäude 23 Menschen, darunter auch Kinder, ums Leben kamen und 134 verletzt wurden. In dem Haus lebte zudem eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft, was die deutsch-ukrainischen Beziehungen besonders emotional berührt.
Bereits am Morgen war der Minister per Sonderzug in die zunächst geheim gehaltene Hauptstadt Kiew gereist. Diese Reise unterstreicht die Dringlichkeit und den Ernst der aktuellen Lage.
In einem beispiellosen Angriff hat Russland, laut den Berichten der Luftstreitkräfte der Ukraine, mehr als 500 Drohnen, Raketen und Marschflugkörper auf das Land abgefeuert. Diese 537 registrierten Angriffe markieren die höchste Anzahl seit Beginn des Kriegs und führen abermals zu Verletzten und schweren Schäden an ziviler Infrastruktur.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte erneut die Notwendigkeit, den internationalen Druck auf Kremlchef Wladimir Putin zu erhöhen, um den Krieg zu beenden. Die Ukraine sieht sich gezwungen, ihre Flugabwehr verstärkt auszubauen und erwägt dafür, vor allem von den USA, Flugabwehrsysteme zu beziehen.

