Trump trifft Xi: Droht der nächste Show-Deal im Handelskrieg?
Zwischen Zollkrieg und Symbolpolitik
Trump hatte die Importzölle auf chinesische Waren teils auf bis zu 145 % erhöht, worauf Peking mit Gegenzöllen von 125 % reagierte. Der bilaterale Handel kam nahezu zum Erliegen. Zwar wurden die Strafmaßnahmen immer wieder teilweise ausgesetzt, doch viele davon gelten bis heute. Ab dem 1. November drohen neue Zölle – und China wiederum will weitere Seltene Erden mit Exportbeschränkungen belegen. Diese sind essenziell für Elektronik, Smartphones und Rüstungsgüter – und kaum anderswo verfügbar.
Fentanyl, Sojabohnen und innenpolitischer Druck
Neben Zöllen steht auch das Thema Fentanyl auf der Agenda. Trump macht China seit Jahren für die Verbreitung des synthetischen Opioids in den USA verantwortlich und hatte unter diesem Vorwand zusätzliche Handelsbarrieren eingeführt. Nun deutet er an, diese „Fentanyl-Zölle“ wieder zu senken – allerdings ohne klaren Zeitplan.
Ein weiteres Streitthema: Sojabohnen. Peking hatte US-Importe gestoppt und stattdessen Ware aus Brasilien gekauft – ein Schlag für amerikanische Landwirte, die zu Trumps Kernwählerschaft zählen. Der innenpolitische Druck, hier Erfolge vorzuweisen, ist für ihn enorm.
Kosmetische Korrekturen statt Durchbruch?
Beobachter erwarten vom Treffen bestenfalls Teilergebnisse – etwa eine neue Absichtserklärung oder die Verlängerung bestehender Fristen. Ein echter Neustart der Handelsbeziehungen scheint dagegen unwahrscheinlich. Selbst wenn beide Seiten Fortschritte verkünden, dürfte es sich eher um eine Rückkehr zum Status quo vor der Eskalation handeln.
Die Finanzmärkte werden jedes Wort auf die Goldwaage legen. Doch schon jetzt scheint klar: Das Treffen zwischen Trump und Xi ist weniger ein Durchbruch – und mehr ein Versuch, die Kontrolle über einen Handelskrieg zurückzugewinnen, der längst beiden Seiten schadet.


