Investmentweek

Trump sucht einen Fed-Chef, der seinen Kurs mitträgt

03. Dezember 2025, 15:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Trump sucht einen Fed-Chef, der seinen Kurs mitträgt
Foto: InvestmentWeek
Trump signalisiert Kurswechsel bei der Fed und deutet einen Zinssenkungsbefürworter als Nachfolger Powells an.
Donald Trump will die Fed umgestalten, um Zinsen rasanter zu senken. Welche Kandidaten können seine Ziele umsetzen und welche Risiken drohen?

Donald Trump braucht keinen Namen zu nennen, um die Richtung klarzumachen. Auf dem Rückflug nach Washington erklärt der Präsident, er habe seinen Favoriten für die Führung der Federal Reserve gefunden. Dass Jerome Powell nicht dazugehört, ist seit Monaten deutlich. Trump will eine Notenbank, die Zinsen schneller senkt – und er sucht eine Person, die genau das umsetzt.

Die Politik drängt die Geldpolitik in eine neue Rolle

Trumps Kritik an Powell ist ein Dauerbrenner: Die Fed habe zu spät und zu zaghaft auf sinkende Inflationsraten reagiert, die Zinsen nicht energisch genug zurückgeführt und damit Kredite für Unternehmen und Haushalte unnötig verteuert. Hinter der Personalentscheidung steht deshalb ein machtpolitisches Projekt. Der Präsident will den Kurs der amerikanischen Geldpolitik enger an seine wirtschaftspolitischen Ziele koppeln.

Die Märkte haben das verstanden. Allein die Aussicht auf eine Führung, die Trumps Zinssenkungswunsch teilt, ließ die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kurzzeitig unter vier Prozent fallen. Der Präsident weiß, welch starkes Signal ein Fed-Chef sendet – und wie sehr er damit die Erwartungen der Wall Street beeinflussen kann.

Kevin Hassett gilt als Favorit für den Umbau der Fed

Auch wenn Trump noch keinen Namen nennt, richtet sich der Blick auf Kevin Hassett, den Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats und langjährigen Vertrauten des Präsidenten. Bloomberg berichtet, dass Hassett intern als führender Kandidat gilt. Dieser spielt Spekulationen herunter, betont aber zugleich, dass die Märkte positiv auf erste Hinweise reagiert hätten.

Hassett bringt ein Profil mit, das Trump nützen könnte: Er ist loyal, erfahren und aus Sicht vieler Marktteilnehmer glaubwürdig genug, um vom Senat bestätigt zu werden. Der Ökonom arbeitete in den 1990er-Jahren selbst bei der Fed und kennt die internen Prozesse. Während seiner ersten Amtszeit war er einer der wichtigsten wirtschaftspolitischen Berater Trumps.

Hassetts Position ist eindeutig: Die Amerikaner könnten mit einer Führung rechnen, die Kredite günstiger mache – vom Autokauf bis zur Hypothek. Damit passt er exakt in das Bild, das Trump von der künftigen Zentralbank zeichnet.

Die Märkte wägen Chancen und Risiken eines radikaleren Kurses ab

An der Wall Street ist die Reaktion gemischt. Niedrigere Zinsen treiben normalerweise die Aktienkurse, erhöhen Investitionsbereitschaft und entlasten Haushalte. Doch mehrere Strategen warnen vor einem zweiten Effekt: Sollte die Fed auf politischen Druck zu aggressiv handeln, könnte eine erneute Inflationswelle folgen – und das Vertrauen in die Geldpolitik beschädigen.

Die internen Machtverhältnisse sind ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Der Offenmarktausschuss arbeitet traditionell auf einstimmige Entscheidungen hin. Ein Fed-Chef, der den Kurs des Präsidenten stärker betont als die institutionelle Kontinuität, könnte diese Einstimmigkeit gefährden. Eine gespaltene Fed würde in den Märkten als Zeichen der Instabilität gelten.

Die Shortlist zeigt, dass Trump zwischen Loyalität und Stabilität abwägt

Neben Hassett stehen weitere Kandidaten im Raum. Genannt werden die Fed-Gouverneure Christopher Waller und Michelle Bowman, der frühere Notenbanker Kevin Warsh und der BlackRock-Investor Rick Rieder. Finanzminister Scott Bessent hatte angekündigt, noch vor Weihnachten eine Entscheidung vorzubereiten. Er selbst lehnt den Posten ab – trotz Trumps Zuspruch.

Die Wahl zwischen internen Fed-Kräften und externen Ökonomen spiegelt einen Zielkonflikt wider. Ein externer Kandidat könnte ein stärker politisiertes Signal senden, würde aber zugleich für eine volle 14-jährige Amtszeit als Gouverneur vorgeschlagen werden müssen. Ein interner Kandidat stünde stärker für Kontinuität, könnte jedoch weniger bereit sein, Trumps Zinspolitik aggressiv umzusetzen.

Trumps Personalentscheidung wird den Charakter der Fed neu definieren

Powells Amtszeit endet im Mai. Doch Trumps Entscheidung fällt weit früher – und prägt die Erwartungen an die amerikanische Geldpolitik bereits jetzt. Dass der Präsident eine Person sucht, die seinen Kurs nicht nur akzeptiert, sondern in institutionelle Realität übersetzt, ist unverkennbar.

Wer auch immer Powell nachfolgt, wird mit einer zentralen Herausforderung starten: Glaubwürdigkeit nach innen zu bewahren und gleichzeitig den politischen Druck aus dem Weißen Haus auszubalancieren. Trump hat seine Richtung klar markiert. Die Frage ist nur, ob die Fed ihr traditionelles Selbstverständnis behaupten kann, wenn der Präsident den nächsten Vorsitzenden schon vor Amtsantritt zu einem Teil seiner Agenda macht.

Politik / Trump / Federal Reserve / Zinsen / US-Wirtschaft
[InvestmentWeek] · 03.12.2025 · 15:00 Uhr
[4 Kommentare]
WHO-Chef Tedros
Genf/Khartum (dpa) - Im Sudan hat es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen weiteren Luftangriff auf eine medizinische Einrichtung mit vielen Todesopfern gegeben. In der Region Ost-Darfur sei ein Lehrkrankenhaus getroffen worden, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X mit. Bei dem Vorfall am Freitagabend seien […] (00)
vor 20 Minuten
Laura Maria Rypa und Pietro Lombardi
(BANG) - Laura Maria Rypa scheint um einen geliebten Menschen zu trauern. Der Influencerin folgen rund 943.000 Nutzer auf Instagram. Erst kürzlich zeigte Laura Einblicke in ihren Urlaub auf Mauritius. Dass sie diesen mit ihrem Ex-Verlobten Pietro Lombardi und ihrem ältesten Sohn verbrachte, sorgte für viel Aufsehen. Nun meldete sich die 30-Jährige mit […] (04)
vor 16 Stunden
Collien Fernandes
Berlin (dpa) - Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) hat für eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt geworben, die für diesen Sonntag am Brandenburger Tor in Berlin geplant ist. «Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft», schrieb […] (01)
vor 10 Stunden
Die PS5 schlägt die Switch 2 im zweiten Monat in Folge
Circana-Analyst Mat Piscatella hat am 20. März 2026 die US-Verkaufsdaten für Februar 2026 veröffentlicht. Das Ergebnis ist dasselbe wie im Januar: Die PlayStation 5 führte den US-Hardware-Markt sowohl nach Stückzahlen als auch nach Umsatz an. Die Nintendo Switch 2 landete in beiden Kategorien auf Platz zwei. Xbox Series X und S folgen auf dem letzten […] (00)
vor 9 Stunden
«Erlebnis Erde»: Maria Furtwängler entdeckt Deutschlands Gärten
In der ARD-Dokumentation zeigt Maria Furtwängler, welches Potenzial Millionen Privatgärten für Natur- und Artenschutz haben. Das Erste zeigt am Montag, 20. April, um 20.15 Uhr im Rahmen der Reihe «Erlebnis Erde» die Dokumentation Deutschland, deine Gärten mit Maria Furtwängler. Der Film von Herbert Ostwald nimmt das riesige Netzwerk privater Grünflächen in den Blick: Rund 17 Millionen Gärten […] (00)
vor 12 Stunden
Fußballtor stürzt auf Kind - tot
Erlangen (dpa) - Ein siebenjähriger Junge ist gestorben, nachdem ein umstürzendes Fußballtor auf einem Sportplatz ihn lebensgefährlich verletzt hatte. Der Vorfall ereignete sich der Polizei zufolge noch vor dem Spielbeginn auf einem Sportplatz im Erlanger Gemeindeteil Bruck. Das Kind kam am Nachmittag noch in ein Krankenhaus, wo es später seinen […] (00)
vor 2 Stunden
business, computer, security, currency, finance, bitcoin, money, digital, financial, technology
Solana steht vor einer unklaren Marktlage, da der Kurs unter einem wichtigen Widerstand verharrt und erste Anzeichen einer nachlassenden Dynamik erkennbar sind. Ein klarer Ausbruch über $95 könnte eine schnelle Bewegung in Richtung der $100–$105-Zone auslösen. Allerdings deutet ein schwächer werdender RSI darauf hin, dass die zugrunde liegende Stärke nachlassen […] (00)
vor 1 Stunde
Ein Gespräch mit Christian Kirsch, Unternehmer, Leadership-Coach und Mitgründer von amaiko.ai
Viechtach, 21.03.2026 (PresseBox) -. Frage: Christian, wenn man deinen Weg anschaut, wirkt alles sehr klar strukturiert. War das wirklich so geradlinig? Christian Kirsch: Überhaupt nicht. Ich habe die IT-Branche 2018 eigentlich verlassen. Ich war müde vom Buzzword-Theater. Bin dann als Geschäftsführer in einen Sporthändler gewechselt – sportaffin, […] (00)
vor 18 Stunden
 
Jan van Aken und Ines Schwerdtner
Berlin (dpa) - Nach der Aufregung um einen Beschluss der Linken in Niedersachsen zum […] (01)
US-Präsident Trump
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit der Zerstörung seiner […] (00)
blüte, birnenbaum, frühling, natur, blossom, pear, tree, spring, nature, garden
Schauertage vom Südosten bis zur Mitte Vom Südosten bis in die Mitte des Landes […] (01)
BASF (Archiv)
Ludwigshafen - Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Chemiewerks in China räumt […] (01)
Kurt Russell
(BANG) - Kurt Russell sagt, seine Rolle in 'The Madison' spiegele Aspekte seiner […] (01)
stock trading, investing, stock market, forex, finance, money, crypto, bitcoin, shiba
Bitcoin (BTC) zeigt erste Anzeichen eines längeren Rückgangs, nachdem es im Oktober […] (01)
Bayern München - 1. FC Union Berlin
München (dpa) - Die strahlenden Bayern-Stars um Doppelpacker Serge Gnabry verabschiedeten sich […] (01)
POCO X8 Pro Max – Neuer Chipsatz ermöglicht schnelle Abläufe
POCO, eine besonders bei der jungen und technikbegeisterten Generation beliebte […] (00)
 
 
Suchbegriff