Treffen mit Xi

Trump in China – Was von dem Besuch in Erinnerung bleibt

15. Mai 2026, 17:31 Uhr · Quelle: dpa
US-Präsident Trump in China
Foto: Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpa
Xi und Trump lobten die Beziehung beider Staaten.
Trumps Staatsbesuch in China war öffentlich geprägt von viel Symbolik statt konkreten Ergebnissen. Zwischen den Zeilen fiel aber einiges auf.

Peking (dpa) - Es war ein Gipfel mit freundlichen Zeremonien und schönen Bildern, über konkrete Einigungen in wesentlichen Streitthemen zwischen den USA und China wurde jedoch erst mal nichts bekannt. Inhaltlich setzten beide Länder beim mehrtägigen Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Peking auf unterschiedliche Schwerpunkte. Besonders deutlich wurde das bei den Themen Iran sowie Taiwan.

Trump besuchte Chinas Staatschef Xi Jinping auch, um über den schwelenden Handelskonflikt zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt zu reden. Nach US-Angaben sollen Verabredungen in der Wirtschaft, darunter im Flugzeug- und Agrarbereich, getroffen worden sein. Über etwaige Zollsenkungen zwischen den Ländern wurde Trump zufolge allerdings nicht gesprochen.

Auf dem Rückflug in der Air Force One sprach Trump von wichtigen Zusagen für Boeing. China werde nach seiner Darstellung zunächst mehr als 200 Flugzeuge des US-Herstellers kaufen. Wenn Boeing dabei gute Arbeit leiste, gebe es zudem ein Versprechen über bis zu 750 Maschinen - nach Trumps Worten wäre das «mit Abstand der größte Auftrag aller Zeiten». Auch General Electric profitiere, sagte Trump, weil China für die Boeing-Flugzeuge etwa 400 bis 450 Triebwerke kaufe. Es seien «viele großartige Handelsabkommen» geschlossen worden. 

Ein Gipfel, unterschiedliche Erzählungen

Bei Trumps Besuch, der von Mittwoch bis Freitag dauerte, klang es zeitweise so, als nähmen Xi und er an unterschiedlichen Treffen teil. Deutlich wurde das etwa beim Thema Iran und dem Konflikt um die Straße von Hormus. 

Nach US-Angaben waren sich beide Seiten einig, dass die Meerenge für Energietransporte offen bleiben müsse. Xi habe sich gegen eine Militarisierung der Straße und gegen Gebühren für die Durchfahrt ausgesprochen. Außerdem habe er Interesse am Kauf von mehr US-Öl signalisiert, hieß es. 

In der chinesischen Darstellung spielte das Thema zunächst keine Rolle. Später erneuerte China die Forderung nach einer dauerhaften Waffenruhe in dem Konflikt. Von möglichen Öl-Käufen war keine Rede.

Trump will in den nächsten Tagen entscheiden, ob er Sanktionen gegen chinesische Firmen, die iranisches Öl beziehen, lockern wird. Davon betroffen sind unter anderem Raffinerien, die Rohöl aus dem Iran verarbeiten. China gilt als wichtigster Importeur von iranischem Öl.

Keine Zusage an Taiwan

Wer auf klare Zusagen von Trump an die von China beanspruchte Inselrepublik Taiwan gehofft hatte, wurde enttäuscht. Trump sagte weder einen in der Schwebe hängenden Rüstungsverkauf im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zu - er stellte lediglich eine Entscheidung dazu in Aussicht. Er beantwortete auch nicht, ob die USA Taiwan verteidigen würden. «Ich will das nicht sagen», erklärte er. Nur er kenne die Antwort darauf. Xi habe ihn das auch gefragt. «Ich sagte, ich will über diese Dinge nicht sprechen», so Trump. 

Peking hatte das Thema Taiwan sehr früh und deutlich in den Vordergrund des Gipfels gestellt. Xi warnte nach chinesischer Darstellung, die Taiwan-Frage müsse mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Werde sie falsch gehandhabt, könnten beide Länder in einen Konflikt geraten. Die US-Seite erwähnte Taiwan in ihrer ersten Information zu dem Treffen dagegen gar nicht. China lehnt US-Waffenlieferungen an Taiwan ab. 

Trump hält sich zurück

Trump äußert sich in seiner zweiten Amtszeit gefühlt ununterbrochen auf seiner Plattform Truth Social. Doch während seines Staatsbesuchs - es war sein zweiter in China seit 2017 - hielt er sich auffällig zurück. 

In Washington antwortet der US-Präsident bei offiziellen Terminen oft spontan auf zugerufene Fragen von Journalisten. In Peking gab es keinen Moment, in dem sich Trump abseits der geplanten Redebeiträge äußerte. Die Reden fielen eher knapp aus und Trump schien sich ans Manuskript zu halten, was für ihn unüblich ist. Eine Pressekonferenz gab es nicht. Er sprach erst auf dem Rückflug etwas ausführlicher mit den Reportern. 

Dick auftragen trotz dünnem Eis 

Iran, Taiwan, gegenseitige Zölle, Handelsbarrieren und Chinas Kontrolle über seltene Erden - die Liste der bestehenden Probleme zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften ist lang.

Bei den öffentlichen Auftritten in Peking war davon jedoch wenig zu spüren. «Wir sollten Partner statt Rivalen sein», sagte Xi zu Trump. «Wir hatten eine fantastische Beziehung», entgegnete Trump und bezeichnete Xi sogar als «Freund». Beim Spaziergang durch den Garten des Führungssitzes Zhongnanhai fielen Trump die Rosen auf. Xi versprach, ihm Samen zu schicken.

Trump und Xi haben bei dem Treffen demonstriert: Hier sind zwei Systemrivalen und Großmächte, die sich aller Differenzen zum Trotz begegnen und sogar in gewissen Bereichen eine engere Zusammenarbeit vorstellen können. Trump spricht immer mal wieder über China und die USA als «G2» - in Anlehnung an bestehende strategische Bündnisse wie etwa die G7-Industriestaaten. Sollten sich exklusive Kanäle einer Zusammenarbeit etwa in der Wirtschaft ergeben, könnte das womöglich Nachteile für andere Regionen der Welt bringen. Für die EU und Deutschland sind beide Länder wichtige Handelspartner.

Xi will im Herbst zu Gegenbesuch in die USA reisen

Wie die staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Außenminister Wang Yi berichtete, wolle Xi im Herbst zum Gegenbesuch in die USA reisen. Beim Staatsbankett hatte Trump den chinesischen Präsidenten für den 24. September nach Washington eingeladen. Sollte Trump im November zum Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) ins südchinesische Shenzhen kommen oder Xi einen Monat später zum G20-Gipfel nach Miami im US-Bundesstaat Florida, wären weitere Begegnungen möglich.

Diplomatie / Staatsoberhaupt / Konflikte / USA / China / Handel / Taiwan
15.05.2026 · 17:31 Uhr
[1 Kommentar]
Älteres Paar (Archiv)
Schwerin - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lehnt eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ab. Stattdessen fordert sie ein stärker an Beitragsjahren orientiertes Modell, wie sie den Sendern RTL und ntv sagte. "Ich halte die Kopplung an Beitragsjahren für den gerechteren Weg." Wer früh ins […] (00)
vor 10 Minuten
Sheryl Crow
(BANG) - Sheryl Crow hat die "Freedom 250"-Feier von US-Präsident Donald Trump als 'beschämend und frei von jeglichem Anstand' kritisiert. Die Sängerin von 'Soak Up The Sun' ist seit Langem eine offene Kritikerin Trumps und hielt sich auch bei ihrer Bewertung der Veranstaltung vom Sonntag (14. Juni) nicht zurück. Die Feier diente sowohl als Trumps 80. […] (02)
vor 15 Stunden
Social-Media-Altersgrenzen
Brüssel (dpa) - Jugendliche in der EU sehen die Auswirkungen von Social Media auf ihre eigene mentale Gesundheit laut einer Umfrage deutlich positiver als ihre Eltern. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der befragten 13- bis 18-Jährigen vermutet einen positiven Effekt durch soziale Netzwerke, wie aus einer von der EU-Kommission beauftragten Umfrage […] (02)
vor 1 Stunde
Gaming-Communities gehören zu den größten und aktivsten Gemeinschaften im Internet überhaupt. Unter all diesen Gruppen stechen Casino-Gaming-Communities besonders hervor; sie wachsen kontinuierlich und ziehen Spieler aus allen Teilen der Welt an. Spinboss Casino hat sich in dieser Landschaft als Plattform etabliert, die eine bemerkenswert große und […] (00)
vor 16 Minuten
Primetime-Check: Dienstag, 16. Juni 2026
Wie erfolgreich war «In aller Freundschaft» im Ersten? Punktete «Schlag den Star» bei ProSieben? Das Erste setzte – wie immer – auf Die Kanzlei und In aller Freundschaft, die Serien holten 2,86 und 3,06 Millionen Zuschauer. Die Marktanteile der Wiederholung lagen bei 14,3 Prozent, die Erstausstrahlung sicherte sich 14,6 Prozent. Bei den jungen Erwachsenen wurden jeweils 7,5 Prozent generiert. […] (00)
vor 1 Stunde
WM 2026 - Österreich - Jordanien
Santa Clara (dpa) - Österreich ist mit einem Zittersieg gegen Jordanien in seine langersehnte erste Weltmeisterschaft seit 28 Jahren gestartet und hat erstmals seit 1990 wieder ein WM-Spiel gewonnen. Die Mannschaft des deutschen Teamchefs Ralf Rangnick besiegte den Außenseiter bei dessen WM-Premiere mit 3: 1 (1: 0). Vor 36 Jahren hatte es ein 2: 1 in […] (00)
vor 44 Minuten
Unerwartete Stabilität der Inflation In Großbritannien bleibt die Inflationsrate im Mai 2023 überraschend stabil bei 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahl wurde vom Statistikamt ONS in London veröffentlicht und zeigt, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat nicht gestiegen sind, was die Erwartungen der Analysten deutlich […] (00)
vor 40 Minuten
Samtgemeinde Land-Hadeln: Kreative Ferienaktionen im Ahlenmoor
Wilhelmshaven, 17.06.2026 (lifePR) - Am Samstag, den 4. Juli 2026, dreht sich im MoorInformationsZentrum Ahlenmoor (MoorIZ) alles um kreative Stempelkunst mit Naturmotiven. Gemeinsam mit der Manufaktur Stempel Jazz werden gleich zwei Ferienworkshops angeboten. Es gibt einen fantasievollen Kreativkurs für Kinder sowie einen Aquarell-Stempelworkshop für […] (00)
vor 1 Stunde
 
Peer Steinbrück (Archiv)
Berlin - SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat Forderungen des früheren […] (01)
Linken-Parteitag (Archiv)
Potsdam - Die Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, kündigt vor dem […] (00)
Alexander Dobrindt (Archiv)
Berlin - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) regt eine Kürzung des […] (05)
G7-Gipfel
Évian (dpa) - Die USA und die anderen G7-Staaten wollen mit zusätzlichem Druck auf […] (02)
Madonna
(BANG) - Martin Garrix versetzte Clubbesucher in New York am Samstagabend (13. Juni) […] (00)
Apple Fitness Plus bringt spezielle Workouts für die Wechseljahre und neue iOS 27 Features
Apple hat neue Inhalte für seinen Online-Fitnessdienst Apple Fitness […] (00)
Anna Faris
(BANG) - Keenen Ivory Wayans versuchte offenbar, Anna Faris davon zu überzeugen, […] (00)
Call of Duty verliert einen wichtigen Mann nach 22 Jahren
Bei Call of Duty gibt es einen wichtigen Führungswechsel. Mark Gordon, Studio Head […] (00)
 
 
Suchbegriff