Subnautica 2: Unknown Worlds repariert mit der neuen Roadmap genau die Schwachstellen, die Spieler hassen
Drei Wochen nach dem Early Access Start von Subnautica 2 am 14. Mai mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren in der ersten Woche und 467.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam zieht das Studio eine erste Bilanz. Lead Designer Anthony Gallegos skizziert, welche Kritikpunkte die Community am lautesten formulierte – und wie das Team darauf reagiert. Die aktualisierte Roadmap verrät mehr über die Marschrichtung der nächsten Monate als die ursprüngliche Ankündigung.
Zwei Hotfixes in der ersten Woche – das Studio reagiert auf den Frühstart
Dass Subnautica 2 mit über 73.000 Steam Bewertungen und einer Zustimmungsrate von 91 Prozent einen starken Start hingelegt hat, täuscht nicht über die Baustellen hinweg. Das Studio lieferte innerhalb der ersten sieben Tage gleich zwei Fehlerbehebungen aus – ein Tempo, das für ein Team mit der turbulenten Vorgeschichte um die gerichtliche Auseinandersetzung mit Krafton bemerkenswert ist.
Die konkreten Eingriffe aus den jüngsten Fehlerbehebungen zeigen, dass Unknown Worlds die Steam Foren tatsächlich liest: Die Silbervorkommen in der frühen Spielregion wurden erhöht, weil Spieler beim Bau des Fabricators regelmäßig an Ressourcenknappheit verzweifelten. Zudem korrigierte das Team das Verhalten der Hammerhaie, die aufgrund eines Bugfix-fälligen Verhaltensmusters den Lichtern der Kaulquappe bis zur Basis folgten und dort campierten – ein frustrierendes Erlebnis, das den Spielfluss empfindlich störte. Hinzu kamen ein behobener Teleport Bug, ein Exploit für unendlichen Sauerstoff und spürbare Performance Verbesserungen auf den höchsten Grafikeinstellungen der Unreal Engine 5.
Mehr passive Slots und neue Biomods: Die Überlebensstrategie wird flexibler
Eine der zentralen Anpassungen, die Gallegos im achten Entwicklervideo ankündigt, betrifft das Biomods System. Bisher war die Wahl der aktiven und passiven Fähigkeiten stark eingeschränkt – wer in der frühen Spielphase eine defensive Biomodifikation ausrüstete, verzichtete zwangsläufig auf Beweglichkeitsoptionen. Die kommenden Updates erweitern die Anzahl der passiven Slots und führen zusätzliche Biomodifikationen ein, die das Überleben in den ersten Stunden variantenreicher gestalten sollen.
Das ist mehr als eine Quality of Life Anpassung: Subnautica 2 erzwingt durch seine gewaltfreie Designphilosophie kreative Lösungen für den Umgang mit Raubtieren. Die Entwickler hatten die Angriffshäufigkeit und den verursachten Schaden der Kreaturen bereits im jüngsten Hotfix entschärft – eine direkte Reaktion auf Spielerfeedback, das die Balance zwischen Erkundungsfreiheit und permanenter Bedrohung als zu einseitig empfand. Mit mehr Biomodifikationen kannst du künftig deine Überlebensstrategie differenzierter an deinen Spielstil anpassen, statt dich den vorgegebenen Pfaden zu beugen.
Sprachchat, Emotes und Charakteranpassung – der Koop rückt näher
Der kooperative Modus für bis zu vier Spieler war das große Versprechen, mit dem Subnautica 2 über fünf Millionen Wunschlisteneinträge auf Steam einsammelte. Drei Wochen nach dem Start zeigt sich: Die Grundlage steht, aber die sozialen Funktionen hinken hinterher. Die Entwickler arbeiten nach eigenen Angaben an einem räumlichen Voice Chat, der Gespräche abhängig von der Distanz unter Wasser simuliert – ein Feature, das die Immersion in den Tiefsee-Gängen erheblich steigern dürfte.
Ergänzend kommen Emotes ins Spiel, die nonverbale Kommunikation unter Wasser ermöglichen, sowie zusätzliche Optionen zur Charakteranpassung. Die Community hatte in den Steam Foren mehrfach moniert, dass das Zusammenspiel im Koop ohne externes Tool wie Discord mühsam sei – Unknown Worlds reagiert mit diesen Ergänzungen exakt auf den am häufigsten geäußerten Kritikpunkt. Im Vergleich zur ursprünglichen Roadmap fällt auf, dass der Sprachchat ursprünglich für Update 1.2 vorgesehen war und nun offenbar vorgezogen wird.
Ein neues Fahrzeug und der Collector Leviathan: Der große Brocken am Horizont
Hinter all den Systemanpassungen teasern die Entwickler bereits den nächsten großen Sprung an: Ein kommendes Inhaltsupdate soll ein neues Fahrzeug einführen und eine bislang unzugängliche Region öffnen, die vom gigantischen Collector Leviathan bewohnt wird. Details zum Fahrzeugtyp blieb Gallegos schuldig – ob es sich um ein kampftaugliches Modell oder ein reines Expeditionsgefährt handelt, ließ der Lead Designer offen.
Der Collector Leviathan selbst ist der Community bereits aus früheren Trailern bekannt und wurde von Unknown Worlds als eines der komplexesten Kreaturverhalten beworben, das je in der Serie programmiert wurde. In einem Genre, das mit der Unreal Engine 5 notorisch um stabile Bildraten kämpft, wirft die Kombination aus einem neuen Fahrzeug, einer riesigen Kreatur und einer unerforschten Region allerdings eine technische Frage auf: Schafft es die Engine, all das ohne Einbußen darzustellen? Subnautica 2 läuft auf Steam derzeit für 29,99 Euro – ein Preis, der nach dem Early Access laut offizieller Ankündigung steigen wird. Wer früh einsteigt, zahlt also weniger, bekommt dafür aber auch die instabilste Version des Spiels.
Subnautica 2 steht exemplarisch für den modernen Early Access: Die Währung, mit der Unknown Worlds das Vertrauen seiner zwei Millionen Käufer zurückzahlt, sind schnelle Updates und transparente Kommunikation. Der achte Entwickler Vlog liefert genau das. Wie viel von dieser Agilität erhalten bleibt, falls der Krafton Rechtsstreit in eine neue Eskalationsstufe eintritt, steht auf einem anderen Blatt.


