Stuttgart 21: Ein Stadtviertel wächst in Milliardenhöhe
Der Plan für ein neues Stadtviertel auf den frei werdenden Flächen des Projekts Stuttgart 21 entwickelt sich zu einem finanziellen Großprojekt, das die Kassen der Landeshauptstadt stark beanspruchen könnte. Die Stadtverwaltung Stuttgart gibt an, dass die Kosten für die erste Phase des Vorhabens, einschließlich der Erschließung, Planung, Rückbau und Anpassungen, sich auf bis zu 1,6 Milliarden Euro belaufen könnten. Diese Zahl beinhaltet bereits einen Puffer für potenzielle Kostensteigerungen.
Darüber hinaus muss die Stadt weitere Kosten von etwa 1,4 bis 3,8 Milliarden Euro einplanen, um notwendige soziale Infrastrukturen wie Schulen und Kitas für die bis zu 10.000 zukünftigen Einwohner zu errichten. Auch Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit und wichtige Verkehrsmaßnahmen sind hierin enthalten.
Die Realisierung des Projekts wird als Jahrhundertprojekt angesehen, das die Stadtfinanzen für Jahrzehnte prägen könnte. Sollten die Pläne eingehalten werden, könnte das 85 Hektar große Gebiet bis 2035 erste bewohnbare Abschnitte erhalten; der vollständige Ausbau wird jedoch erst in den frühen 40er-Jahren erwartet.
Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hat erst kürzlich in einem Schreiben an Bundeskanzler Merz die prekäre finanzielle Lage der deutschen Städte hervorgehoben. Er betont, dass die Kommune an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten stößt und Unterstützung vom Bund dringend erforderlich sei.
Die Planungen sehen schließlich vor, dass auf dem Gelände rund um den zukünftigen Tiefbahnhof zwischen 4.700 und 5.700 Wohnungen entstehen, um den benötigten Wohnraum für tausende Menschen zu schaffen. Ein Versuch, mittels Bürgerinitiative den Erhalt des alten Kopfbahnhofs zu sichern, scheiterte kürzlich, da die notwendige Anzahl von Unterschriften nicht erreicht wurde.

