Steam Machine: Entwickler bekommen weniger Regeln für Verified-Status als beim Steam Deck
Valve ruht sich keineswegs auf den Lorbeeren des Steam Decks aus. Während der Handheld-Markt noch immer von dem Erfolg des mobilen PCs zehrt, bereitet sich der Gigant aus Bellevue darauf vor, mit der neuen Steam Machine das Wohnzimmer zurückzuerobern. Doch für Entwickler gibt es eine aufatmen lassende Nachricht: Der Weg zum begehrten grünen Häkchen wird bei der stationären Hardware deutlich weniger steinig sein. Lawrence Yang, Designer bei Valve, hat bestätigt, dass das „Verified“-Programm für die Steam Machine weit weniger Restriktionen unterliegen wird als sein mobiles Gegenstück.
Warum die Zügel gelockert werden
Beim Steam Deck müssen Studios oft durch brennende Reifen springen, um das „Verified“-Siegel zu ergattern. Die Gründe sind rein technischer Natur: Ein kleines Display verlangt lesbare Schriftgrößen, die Hardware hat ihre Leistungsgrenzen, und die Steuerung muss ohne externe Peripherie funktionieren. Die Steam Machine hingegen ist ein ganz anderes Kaliber. Valve beschreibt das System als ein Kraftpaket, das in etwa der Leistung von sechs Steam Decks entspricht.
Da es sich im Grunde um einen vollwertigen Desktop-PC handelt, fallen viele der bisherigen Einschränkungen weg. Es gibt keinen winzigen Bildschirm, auf den Rücksicht genommen werden muss, und da Tastatur und Maus (oder der neue Controller) standardmäßig erwartet werden, entfällt der Zwang zu spezifischen On-Screen-Keyboard-Lösungen. Die Hardware entfesselt somit Möglichkeiten, die beim Handheld schlicht nicht gegeben waren.
Die einfache Faustregel: Deck-Verified ist gleich Machine-Verified
Yang formulierte eine goldene Regel, die Entwicklern Freudentränen in die Augen treiben dürfte: „Wenn dein Titel auf dem Steam Deck verifiziert ist, wird er auch auf der Steam Machine verifiziert sein.“ Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die harte Arbeit, die Studios bereits in die Optimierung für das Deck gesteckt haben, sich nahtlos auszahlt. Es gibt keine doppelte Bürokratie für bereits optimierte Spiele.
Doch Vorsicht ist beim dritten Familienmitglied geboten: Dem Steam Frame. Für dieses neue Streaming- und VR-Headset werden eigene Regeln gelten, ähnlich wie beim Deck. Hier wird Valve wieder in den Ring steigen, intensive Testrunden drehen und Feedback geben, um sicherzustellen, dass die Erfahrung am Auge des Spielers makellos bleibt.
Der Puck gegen das Chaos: Warum Bluetooth ausgedient hat
Neben der Software-Philosophie gab es auch spannende Einblicke in die Hardware-Entscheidungen, speziell beim neuen Steam Controller. Ingenieur Steve Cardinali erklärte, warum man sich gegen klassisches Bluetooth und für ein eigenes „Puck“-System entschied. In vielen Haushalten herrschen massive „Interferenzprobleme“. Verstopfte Netzwerke und die Latenz, die entsteht, wenn zu viele Bluetooth-Geräte gleichzeitig funken, sind Gift für präzises Gaming.
Der Puck löst dieses Dilemma elegant. Er umgeht die störanfälligen Frequenzen und dient gleichzeitig als Ladestation, was Nutzer dazu ermutigt, den Empfänger dort zu platzieren, wo er den besten Empfang hat – fernab vom Kabelsalat hinter dem PC-Gehäuse.


