Star Wars: Fate of the Old Republic wird weder 200 Stunden lang noch setzt es auf generative KI – und das ist gut so!
Seit der Ankündigung von Star Wars: Fate of the Old Republic schwebt eine Frage über der Galaxis: Wird der spirituelle KOTOR-Nachfolger in die typische Triple-A-Falle tappen und sich im Sammelsurium endloser Nebenquests verlieren? Casey Hudson, der legendäre Director hinter dem Original Knights of the Old Republic und der Mass-Effect-Trilogie, hat nun im Gespräch mit Bloomberg Klartext gesprochen. Und seine Antworten dürften all jene aufatmen lassen, die sich nach zielgerichteten Rollenspiel-Abenteuern sehnen.
Hudson zieht klare Grenzen: Kein 200-Stunden-Monster und keine seelenlose KI
Die Kernbotschaft des Interviews lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Qualität schlägt Quantität. Auf die Frage nach der Spielzeit stellte Hudson klar: „Größer ist nicht unbedingt besser.“ Er wolle nicht fünf bis sieben Jahre an einem einzigen Projekt arbeiten, und die berüchtigte Marke von 200 Stunden sei ein No-Go – nicht aus technischen Gründen, sondern aus Respekt vor der Zeit der Spieler. „Wenn ich mich für ein Spiel begeistere und dann erfahre, dass es 200 Stunden lang ist – selbst wenn ich gar nicht vorhabe, es durchzuspielen – frage ich mich: Werde ich nach 20 Stunden überhaupt aus dem ersten Akt draußen sein?“, so Hudson. Noch deutlicher fällt sein Urteil über generative KI aus: Er bezeichnete die Technologie als „kreativ seelenlos“ und „nicht hilfreich“. Eine Kampfansage an den Trend, den mancher Publisher längst für sich entdeckt hat. Dass sich bei Arcanaut Studios immer mehr Veteranen der alten KOTOR-Schmiede tummeln, zeigt, wie ernst es dem Team mit der handgemachten Erzählkunst ist.
GreaterThan Group: Ein Investor mit Mission
Finanziert wird das ambitionierte Rollenspiel durch die GreaterThan Group, die Holding des ehemaligen NetEase-Managers Simon Zhu. Der hat bisher rund 100 Millionen US-Dollar eingesammelt – und das ausgerechnet zu einer Zeit, in der die meisten Großkonzerne ihr Geld lieber in KI-Hype-Projekte stecken. Zhu erklärte im selben Interview unverblümt: „Big Tech ist abgewandert, das Kapital ist abgewandert. Jetzt lieben sie alle KI-Investments.“ Seine Antwort darauf ist ein klares Bekenntnis zu handwerklich gemachten Spielen. Neben Fate of the Old Republic finanziert GreaterThan auch BulletFarm, das Studio des Call of Duty Veteranen David Vonderhaar, der seinen neuen Shooter als „David-Lynch-macht-Ego-Shooter“ beschrieb – meilenweit entfernt von der Militär-Kost, die man von ihm erwarten würde. Mehr zur Entstehungsgeschichte dieser ungewöhnlichen Allianz findest du in unserer ausführlichen Analyse zur GreaterThan Group.
Was das für die Alte Republik bedeutet
Hudsons Ansage ist ein Statement, das weit über den konkreten Titel hinausweist. Während das Star Wars: Knights of the Old Republic – Remake seit Jahren in der Entwicklungshölle feststeckt und die Zukunft der Serie lange ungewiss schien, formiert sich hier ein Team, das zeigt, wie man es besser machen kann. Kein aufgeblasenes Open World-Einerlei, keine KI-generierten Dialogbäume – sondern ein fokussiertes, erzählerisch dichtes Rollenspiel, das sich traut, auch mal kürzer zu sein. Dass Hudson zudem bestätigte, der Titel werde vor 2030 erscheinen, ist zumindest ein verbindlicheres Zeitfenster als das vage Schweigen vieler anderer Projekte. Interessierte können auf der offiziellen Seite von Arcanaut Studios den aktuellen Stand verfolgen.

