Sport als politische Plattform – LeBron James und Zlatan Ibrahimovic mit Meinungsverschiedenheiten

Politische Statements im Sport

NBA-Star LeBron James liefert sich einen öffentlichen Schlagabtausch mit Fußballer Zlatan Ibrahimovic. Grund dafür sind die unterschiedlichen politischen Meinungen der beiden Vorzeigeathleten.

Der 36-jährige James gilt nicht nur als der vielleicht beste Basketballspieler aller Zeiten, sondern hat neben dem Spielfeld vor allem Vorbildcharakter. Seit Jahren nutzt er die enorme Reichweite seiner Person und die der NBA, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen und für seine politische Meinung einzustehen.

Zlatan Ibrahimovic, Stürmer des AC Milan wurde dies nun zu viel. Laut dem Schweden solle sich LeBron auf seinen Sport konzentrieren und das politische Engagement hintenanstellen. Es sei zwar durchaus Fan des Small Forward der Lakers, möge es aber nicht, wenn der Status für die Politik genutzt wird.

Dabei läuft es neben der Fehde sportlich gesehen sehr gut bei den Beiden. James ist mit den LA Lakers auf Platz Zwei der Western Conference der NBA und hat realistische Chancen, auch in den Playoffs weit zu kommen. Im Sportwetten Vergleich wird das Team aus Los Angeles sogar als wahrscheinlichster Sieger der NBA Championship gehandelt.

Der 39-jährige Ibrahimovic steht mit seinem Verein auf dem zweiten Platz der Serie A und ist drittbester Torschütze der Liga – und das mit 39 Jahren. Hier stehen die Quoten allerdings zugunsten von Inter Mailand und Juventus Turin als italienischer Meister.

Ibra, wie der Stürmer gerne genannt wird, sorgt häufig durch seine aufbrausende, arrogante Art auf und neben dem Platz für Furore. Das sehen die Fans ihm meistens nach, da er sportlich bis jetzt immer ablieferte, wenn er gebraucht wurde. In typischer Zlatan-Manier sagte er, während dem Interview, dass wenn er seine politische Meinung kundtun wolle, er ganz einfach Politiker geworden wäre. Ein Statement, das nicht bei allen gut ankam.

Darauf entgegnete James, dass er „niemals über Dinge schweigen würde, die falsch laufen“. Außerdem sagte der Basketballer, er habe seine Hausaufgaben gemacht und erinnerte den Schweden an seine Beschwerde über Rassismus im Heimatland. Dementsprechend empfindet er es als merkwürdig, ausgerechnet von ihm solchen Gegenwind zu bekommen.

LeBron James lässt sich nicht abhalten

LeBron James ist bekannt für seine politischen Statements und seinen Einsatz für die Community. In der Vergangenheit widersprach er beispielsweise deutlich dem damaligen US-Präsident Trump. Außerdem baute er in seiner Heimatstadt Akron (Ohio) eine Grundschule für benachteiligte Kinder. Er nutzt seit Jahren effektiv seine Reichweite und seine Macht, um soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und systematische Wählerunterdrückung zu bekämpfen. Schließlich verstehe er, wie mächtig diese Plattform und seine Stimme seien.

Weitere Empörung erfährt Ibrahimovic von dem ehemaligen NBA-Spieler Baron Davis. Dieser empfiehlt dem Schweden aus Los Angeles fern zu bleiben und bezeichnete ihn als „verdammt dumm“. Zlatan spielte von 2018 bis 2019 selbst in der kalifornischen Metropole beim MLS-Club LA Galaxy und scheint nun dort nicht mehr gern gesehen zu sein. King James, wie LeBron weitläufig genannt wird, hat viele Anhänger und Unterstützer, die ihn genau wegen dieses Einsatzes für mehr Gerechtigkeit bewundern, so könnten die Stimmen gegen Ibrahimovic noch lauter werden.

Für den NBA-Star sind solche Äußerungen gegen ihn nicht unbedingt neu. Ähnliche Kritik gegen LeBron James gab es schon Anfang 2018. Damals hatte Fox News Moderatorin Laura Ingraham mit den Worten „Shut up and dribble“ (Halt die Klappe und dribble) für Aufsehen gesorgt. Auch diese Kritik wurde heftig diskutiert und schon damals wollte sich James nicht den Mund verbieten lassen.

Der Grundtenor der Medien ist dennoch sehr ähnlich und unangefochten auf James Seite. Dabei geht es darum, dass Sportler solchen Ranges ihre Plattform nutzen sollen, um auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Gerade als Aushängeschild der NBA, erlaubt ihm seine Fähigkeit sich Gehör zu verschaffen, um Probleme anzusprechen. Schließlich habe er die mächtigste Stimme in seinem Berufsfeld und seine Bereitschaft solche Dinge anzuprangern sollte als positiv und gar notwendig angesehen werden.

Kultur und Gesellschaft sind nicht strikt getrennt Eher ist der Einfluss von Sportlern, Schauspielern und Künstlern eines der vielen Elemente, die das Gesamtbild der Kultur prägen. Damit haben sie das Recht und die Pflicht, sich im positiven Sinne für Gerechtigkeit einzusetzen. Außerdem kann eine Person nicht ausschließlich auf seinen Beruf reduziert werden. Die besten Athleten der Welt sind immer noch Menschen und speziell Persönlichkeiten wie James und Ibrahimovic haben ungleiche Behandlung am eigenen Leibe erfahren müssen. Daher wird zumindest ein Teil der Sportler, gewiss aber LeBron James, auch in Zukunft die Stimme erheben, wenn gesellschaftliche Probleme Aufmerksamkeit verlangen.

Sport / Fußball
06.03.2021 · 14:47 Uhr
[1 Kommentar]
 

Laschet für Entscheidung über K-Frage noch am Abend

Armin Laschet
Berlin (dpa) - CDU-Chef Armin Laschet hat sich im Machtkampf mit dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder um die […] (08)

„Konsequent gegen Hater im Netz“: RTLZWEI startet Anti-Hass-Kampagne

RTLZWEI hat die crossmediale Informations- und Sensibilisierungskampagne „Hass hat Hausverbot“ ins Leben […] (00)
 
 
Diese Woche
19.04.2021(Heute)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News