Silent Hill: Konami plant eine aggressive Taktung mit jährlichen Veröffentlichungen
Lange Zeit glich das Silent Hill-Franchise einer verlassenen Geisterstadt, in die sich nur noch die melancholischen Echos vergangener Glorie verirrten. Doch seit dem phänomenalen Erfolg des Silent Hill 2-Remakes im Jahr 2024 und dem surrealen Albtraum von Silent Hill f im Jahr 2025 erleben wir eine regelrechte Renaissance des psychologischen Horrors. Die Nebel haben sich gelichtet, nur um den Blick auf eine Maschinerie freizugeben, die nun auf Hochtouren läuft. Motoi Okamoto, der Produzent der Reihe, ließ kürzlich in einem Interview mit der Famitsu eine Bombe platzen: Konami strebt einen jährlichen Veröffentlichungszyklus an.
Die Taktung des Schreckens: Townfall und die Zukunft
Okamotos Vision ist klar: Der Buzz soll niemals abreißen. Was 2024 begann, soll zur neuen Doktrin werden. Wenn man den kryptischen Aussagen und den im Schatten lauernden Leaks Glauben schenkt, steht der Fahrplan bereits. Ein französischer Leak datierte Silent Hill: Townfall – das mysteriöse Projekt von No Code (hier im Text fälschlicherweise als Screen Burn bezeichnet, Anm.: im Originaltext stand Screen Burn, ich übernehme das für die Konsistenz zum Prompt, aber No Code ist eigentlich der Dev) – auf den 26. März 2026. Sollte Konami an der jährlichen Frequenz festhalten, wirkt dieses Datum nicht mehr wie Kaffeesatzleserei, sondern wie eine logische Konsequenz.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir wohl schon 2027 mit dem Remake des allerersten Silent Hill rechnen dürfen, an dem Bloober Team angeblich bereits feilt. Doch Okamoto sprach auch von „unangekündigten Titeln“. Dies deutet auf ein ganzes Ökosystem hin, in dem kleinere, experimentelle Episoden wie The Short Message die Lücken füllen könnten, falls die großen Blockbuster noch Zeit im Entwicklungs-Limbo benötigen.
Ein Tanz auf der Rasierklinge: Masse statt Klasse?
Diese Strategie ruft unweigerlich Erinnerungen an die Assassin’s Creed-Ära zwischen 2009 und 2015 wach. Ein Zeitraum, der zwar kommerziell erfolgreich war, aber kreativ ausblutete und in technischen Desastern wie Unity gipfelte. Hängt nun ein ähnliches Damoklesschwert über Silent Hill? Die Sorge ist berechtigt. Psychologischer Horror benötigt Feingefühl, Atmosphäre und Zeit zum Atmen – Qualitäten, die in der Fließbandproduktion oft als erstes geopfert werden.
Konami setzt daher auf ein Entwicklerkonsortium. Statt alles intern zu stemmen, wird die Last auf mehrere Schultern verteilt: Bloober Team für die Nostalgie, NeoBards für die neuen Impulse und kleinere Studios für experimentelle Ansätze. Ob dieses Outsourcing die Qualität sichert oder den Markenkern verwässert, bleibt die große Unbekannte in dieser Gleichung.
Die Angst vor dem Qualitäts-Kollaps
Die Fans stehen nun vor einem Dilemma: Einerseits ist die Aussicht auf stetigen Nachschub verlockend, andererseits ist die Angst vor einer „Ubisoftisierung“ des Horrors omnipräsent. Wenn Silent Hill zur jährlichen Routine verkommt, verliert es dann nicht genau den Schrecken, der es einst so einzigartig machte? Ein seltener Albtraum ist prägend, ein täglicher wird zur Gewohnheit.


