Avowed kommt im Februar auf PS5! Update bringt New Game+, Gegner-Modifikatoren und neue Rassen
Der eiserne Vorhang der Exklusivität fällt, und dahinter offenbart sich eine der farbenprächtigsten Fantasy-Welten der letzten Jahre für ein völlig neues Publikum. Obsidian Entertainment hat während des jüngsten Showcases angekündigt: Avowed, das bisherige Xbox- und PC-Aushängeschild, wagt den Sprung ins kalte Wasser des PlayStation-Ökosystems. Am 17. Februar 2026 ist es soweit, und Sony-Jünger dürfen endlich ihren Fuß in die Living Lands setzen. Doch Obsidian belässt es nicht bei einem simplen Port – sie liefern ein Update, das selbst gestandene Veteranen das Fürchten lehren könnte.
Ein Jubiläums-Update mit Zähnen
Es wirkt fast so, als wollte Obsidian die Wartezeit entschädigen. Das parallel erscheinende „Anniversary Update“ ist weit mehr als nur kosmetische Makulatur. Im Zentrum steht der lang ersehnte „New Game+“-Modus, doch dieser ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar dürft ihr euren hart erarbeiteten Charakterfortschritt in die nächste Runde mitnehmen, doch Gameplay-Director Gabriel Paramo hat eine brutale Hürde eingebaut: Eure Waffen werden gnadenlos auf Level 1 zurückgesetzt. Wer glaubt, als übermächtiger Halbgott durch die ersten Gebiete zu spazieren, wird eines Besseren belehrt.
Zusätzlich würzen die Entwickler das Erlebnis mit teuflischen Modifikatoren. Eure Widersacher erhalten plötzlich spezifische Resistenzen und neue taktische Vorteile, die euch zwingen, eure gewohnten Strategien komplett über den Haufen zu werfen. Es ist ein Handschuh, der euch ins Gesicht geworfen wird – eine Herausforderung für jene, denen der erste Durchlauf zu zahm war.
Mehr Glanz, mehr Rassen, mehr Eora
Abseits der masochistischen Freude am schweren Schwierigkeitsgrad blüht das Spiel ästhetisch auf. Ein brandneuer Foto-Modus lädt dazu ein, die bizarren Pilzwälder und schwebenden Ruinen festzuhalten. Zudem erweitern neue Charakter-Voreinstellungen und frische Rassen-Optionen für den „Envoy“ die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung massiv. Auch eine komplett neue Waffenart hält Einzug, was das Arsenal spürbar diversifizieren dürfte. All dies baut auf einem Fundament auf, das bereits durch sinnvolle Patches wie den Arachnophobie-Modus und überarbeitete Fähigkeiten-Bäume gestärkt wurde.
Solide Handwerkskunst oder verpasste Revolution?
Man darf jedoch nicht verschweigen, dass Avowed trotz seiner Qualitäten ein gewisses Paradoxon darstellt. Doch es haftet ihm der Ruf an, ein „Sicherheitsspieler“ zu sein. Wer die grenzenlose Freiheit und Komplexität eines Baldur’s Gate 3 sucht oder auf die satirische Schärfe eines The Outer Worlds 2 hofft, könnte die Struktur als etwas zu konventionell empfinden. Es ist exzellentes „Comfort Food“ für RPG-Fans, aber keine Revolution des Genres.



