Fußball-Nationalmannschaft

Signale von Nagelsmann: El Mala und Sané für Quali-Endspurt

06. November 2025, 14:20 Uhr · Quelle: dpa
Julian Nagelsmann hat Leroy Sané und Said El Mala für die kommenden Qualispiele nominiert, um den Weg zur WM 2026 zu ebnen. Damit gibt der Bundestrainer klare Signale für die DFB-Mannschaft.

Frankfurt/Main (dpa) - Leroy Sané als prominenter Rückkehrer und Said El Mala als junge Sturmhoffnung - aber noch kein DFB-Debüt im Eiltempo für Bayern-Teenie Lennart Karl: Julian Nagelsmann hat für den letzten Schritt der Fußball-Nationalmannschaft zur WM 2026 die nächsten klaren Personalsignale gesetzt. 

Während der Kölner Shootingstar El Mala (19) als einziger Neuling erstmals beim A-Team gleich im neuen WM-Trikot mit dem legendären schwarz-rot-goldenen Brustmuster vorspielen darf, soll sich der zwei Jahre jüngere Karl noch weiter in München und bei den DFB-Junioren für den großen Sommer-Traum im kommenden Jahr in den USA, Kanada und Mexiko profilieren.

Nagelsmann sortierte beim 25-Spieler-Aufgebot, sein Letztes im Jahr 2025, wieder um. Kein Platz im Aufgebot für die abschließenden Qualifikationsspiele am 14. November in Luxemburg (20.45 Uhr/RTL) und drei Tage später in Leipzig gegen die Slowakei (20.45 Uhr/ZDF) hat der Bundestrainer für Leverkusens Robert Andrich und den Frankfurter Robin Koch sowie Dortmunds Maximilian Beier. 

Nach Maximilian Mittelstädt, der schon im Oktober fehlte, berücksichtigte Nagelsmann in Angelo Stiller einen weiteren Akteur des VfB Stuttgart nicht mehr. Für Teamkollege Deniz Undav führt nach einer Verletzungspause noch kein Weg zurück ins DFB-Aufgebot.

Nach gut zwei Jahren kehrt dafür Abwehrspieler Malick Thiaw in die DFB-Elf zurück, der bei Newcastle United gemeinsam mit Topstürmer Nick Woltemade den Bundestrainer auch mit Königsklassen-Spielzeit überzeugte.

Zwei Siege für WM-Ticket

Nagelsmann hat das Ziel für den Jahresabschluss klar festgelegt: «Mit zwei Siegen möchten wir die WM-Qualifikation perfekt machen – und obendrein noch Lostopf eins bei der Auslosung der WM-Gruppen in vier Wochen. Dann können wir die Planungen für 2026 weiter vorantreiben und konkretisieren.»

Nach dem Fehlstart mit dem schmerzhaften 0:2 in der Slowakei hat die Nationalmannschaft nach den folgenden Siegen gegen Nordirland (3:1/1:0) und Luxemburg (4:0) nun alle Trümpfe in der Hand, den notwendigen und fest eingeplanten Platz eins in der Gruppe A zu verteidigen. 

Entspannter zur Auslosung nach Washington

Mit dem Spitzenrang würde Nagelsmann nicht nur zwei nervenaufreibende Playoff-Spiele im kommenden März vermeiden, sondern auch deutlich entspannter der WM-Gruppenauslosung am 5. Dezember in Washington entgegensehen. Längst laufen beim DFB zum Beispiel auch die Quartierpläne für ein logistisch enorm anspruchsvolles Turnier in drei Ländern.

Gute Chancen auf ein persönliches WM-Happy-End hat auch wieder Sané, der bei der WM 2018 vorab aussortiert wurde und beim Turnier 2022 verletzt keinen Einfluss nehmen konnte. Nach seinem Abschied vom FC Bayern zu Galatasaray Istanbul hatte Nagelsmann vom 29-Jährigen für eine Nominierung besondere Leistungsnachweise verlangt - und sieht diese jetzt als erfüllt an. 

«Mit Leroy Sané war ich durchgängig in einem sehr guten Austausch, er hat sich seine Nominierung mit guten Leistungen in der Champions League und der Süper Lig erarbeitet», sagte der Bundestrainer über den 70-maligen Nationalspieler.

Gleiches gilt für Thiaw, von dem Nagelsmann noch im August mit dem Wechsel von AC Mailand nach England Spielminuten auf höchstem Niveau erwartete. Nun sei dieser «Stammspieler in der Premier League» und «auf Anhieb eine der Stützen in der Mannschaft». Das ist ein WM-Kriterium für Nagelsmann. 

El Mala reichten neun Bundesligaspiele und vier Tore für den 1. FC Köln für die Premieren-Berufung. Auch ein Schlag auf den Knöchel im Training am Mittwoch verhinderte die Berufung nicht. «Ich bin sehr, sehr glücklich darüber, dass ich für die A-Nationalmannschaft nominiert wurde. Das ist eine tolle Belohnung für die harte Arbeit. Ich bin stolz darauf, Köln im Nationaltrikot zu repräsentieren», sagte El Mala. 

Nagelsmann setzt auf den guten Lauf des Angreifers. «Said El Mala soll sich mit all seiner Unbekümmertheit und Unbeschwertheit bei uns zeigen», sagte der 38-Jährige. Man habe die Spieler aus dem Jugendbereich «im Blick», hieß es in der vom DFB verschickten Pressemitteilung. 

WM-Signal für Karl

Ein Signal auch für den jungen Karl, dass die WM-Teilnahme auch für ihn möglich ist. Zumal ohnehin noch viel Bewegung im Kader ist. Zum Jahresabschluss fehlen in Jamal Musiala, Marc-André ter Stegen, Antonio Rüdiger oder Kai Havertz weiter mehrere Fixgrößen. Die Stürmer Niclas Füllkrug und Tim Kleindienst müssen nach langen Verletzungen intensiv für Comeback-Pläne arbeiten. 

Nagelsmann versammelt seinen Kader am kommenden Montag in Wolfsburg. Dann wird sich der Bundestrainer ausführlich zu seinen Plänen für den Quali-Endspurt äußern (12.00 Uhr). Anschließend können 4.000 Fans eine öffentliche Trainingseinheit der DFB-Stars verfolgen.

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06.11.2025 · 14:20 Uhr
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