Siemens: Neuer Schwung dank KI und Digital-Technologien

Der Technologiekonzern Siemens blickt nach einem starken Start in das neue Geschäftsjahr optimistisch in die Zukunft und hebt seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 an. Konzernchef Roland Busch verkündete stolz, dass Siemens in den wachsenden Märkten exzellent positioniert sei und vor allem Künstliche Intelligenz als Wachstumsmotor diene. Die jüngst veröffentlichten Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen signifikant, insbesondere die Sparte Digital Industries konnte sich von einem schwächeren Vorjahresabschnitt erholen und lieferte beeindruckende Ergebnisbeiträge.
Im Dax wurde dies ausgiebig honoriert: Die Siemens-Aktie erreichte ein neues Rekordhoch von 273,30 Euro und legte damit um über sechs Prozent zu. Schon seit Jahresbeginn stieg der Kurs um fast 14 Prozent. Damit zieht Siemens in einem lebhaften Wettstreit mit SAP um die Position des teuersten Unternehmens im Dax.
Analysten zeigten sich begeistert von den Quartalsergebnissen: Mark Fielding von RBC lobte insbesondere die robuste Auftragslage, während Jefferies die Fortschritte bei Digital Industries und der intelligenten Infrastruktur hervorhob. Goldman Sachs prophezeite sogar eine leichte Verbesserung des Ergebniskonsenses für das laufende Jahr.
Siemens gab an, dass die entscheidende Gewinnkennziffer - das Ergebnis je Aktie vor Kaufpreiseffekten - für 2025/26 nun bei 10,70 bis 11,10 Euro erwartet wird. Frühere Prognosen lagen noch zwischen 10,40 und 11 Euro. Der Umsatz soll weiterhin um sechs bis acht Prozent auf vergleichbarer Basis wachsen, unbeeinflusst von Währungs- oder Portfolioeffekten. Allerdings kämpft Siemens weiterhin mit dem starken Euro als Gegenwind.
Das erste Quartal war geprägt von beeindruckenden Zuwächsen im Digitalgeschäft, bei Smart Infrastructure und der Zugsparte Mobility, was zu einem zehnprozentigen Anstieg des Auftragseingangs auf 21,4 Milliarden Euro führte. Besonders in den USA konnte Siemens große Aufträge für Cloud- und KI-Infrastruktur gewinnen, ein Trend, von dem der Vorstandsvorsitzende Busch annimmt, dass er anhalten wird. Digital Industries verzeichnete sowohl im Automatisierungs- als auch im Softwaregeschäft zweistelliges Wachstum, und der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.
Auf vergleichbarer Basis wuchs der Umsatz um acht Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, während das industrielle Ergebnis um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zulegte, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Der Nettogewinn sank jedoch um 43 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, da der Verkauf von Innomotics im Vorjahr zu einem einmaligen Gewinn geführt hatte. Bereinigt stieg das Ergebnis je Aktie vor Kaufpreiseffekten von 2,22 auf 2,80 Euro.
Siemens verfolgt weiterhin ehrgeizige Pläne im Digitalgeschäft. Dank milliardenschwerer Zukäufe in den USA, einschließlich Altair und Dotmatics, plant der Konzern bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 15 Prozent. In den kommenden Jahren sollen eine Milliarde Euro in KI-Angebote investiert werden, mit Schwerpunkt auf den Märkten USA, China und Indien.
Hinsichtlich der geplanten Abspaltung von Siemens Healthineers gibt es zunächst keine neuen Informationen. Geplant ist, 30 Prozent der Anteile an die Siemens-Aktionäre abzugeben, ein Schritt, den Investoren schon länger erwarteten, da das Geschäft von Healthineers keine direkten Synergien bietet.

