Selenskyj kritisiert Gipfel als Verzögerungstaktik
Angesichts des bevorstehenden Gipfeltreffens zwischen russischen und amerikanischen Führern in Alaska hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Bedenken geäußert, dass das Treffen lediglich ein Manöver Moskaus sei, um Zeit zu gewinnen. In einem Austausch mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney betonte Selenskyj, dass die wahren Absichten Russlands weiterhin skeptisch betrachtet werden sollten. Er führte aus, dass die jüngsten militärischen Aktivitäten und Angriffe auf zivile Infrastrukturen in der Ukraine für Moskaus unverminderte Kampfbereitschaft sprechen. Selenskyj stellte in seiner abendlichen Ansprache klar, dass Kremlchef Wladimir Putin keine Anstalten mache, auf einen Waffenstillstand hinzuarbeiten. Stattdessen vermute er, dass Putin das anstehende Treffen mit US-Präsident Donald Trump als persönlichen Triumph inszenieren wolle. Gleichzeitig sei keine Vorbereitung auf eine Zeit nach dem Krieg seitens der russischen Militärs erkennbar, was durch die jüngste Verlegung russischer Truppen für kommende Offensiven unterstrichen wird. In einem Dialog mit dem litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda wurde die Dringlichkeit einer Feuerpause hervorgehoben, bevor ernsthafte diplomatische Bemühungen beginnen könnten. Selenskyj unterstrich erneut, dass keine Entscheidungen über die Ukraine ohne deren Mitwirkung getroffen werden dürften, insbesondere im Hinblick auf Führungsentscheidungen und Sicherheitsgarantien durch internationale Gipfel.

