Seit Putsch in Myanmar mindestens 138 Demonstranten getötet

15. März 2021, 19:01 Uhr · Quelle: dpa

Yangon (dpa) - In Myanmar sind bei Massenprotesten seit dem Putsch der Militärjunta Anfang Februar nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 138 Demonstranten getötet worden.

Darunter seien auch Frauen und Kinder, sagte ein UN-Sprecher am Montag in New York unter Berufung auf Zahlen des Kommissariats für Menschenrechte der Organisation. Die Lage in dem asiatischen Land habe sich zuletzt über das Wochenende weiter zugespitzt - die UN sprachen von 18 getöteten Demonstranten am Samstag und 38 am Sonntag.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteile die anhaltende Gewalt gegen friedliche Demonstranten und die Verletzung von Menschenrechten scharf. Zudem rufe er die internationale Gemeinschaft erneut zur Unterstützung der Menschen in Myanmar und ihrem Streben nach Demokratie auf.

Das Nachrichtenportal Myanmar Now berichtete für Sonntag unter Berufung auf drei Krankenhäuser von 59 Toten und 129 Verletzten allein in der ehemaligen Hauptstadt Yangon (früher Rangun).

Trotz des brutalen Durchgreifens der Einsatzkräfte gingen auch am Montag wieder landesweit Tausende Menschen auf die Straßen. Die Zeitung «The Irrawaddy» berichtete, dass dabei in Myingyan und in Mandalay im Norden mindestens vier Demonstranten erschossen wurden, in Yangon im Süden mindestens zwei. In Teilen der Millionenstadt verhängte das Militär das Kriegsrecht, so das staatliche Fernsehen. Damit werden diese Viertel nun komplett von der Armee verwaltet, die dort Menschen etwa vor ein Kriegsgericht stellen kann.

Vorausgegangen waren Brandanschläge auf mehrere chinesische Textilfabriken in Yangon. Zahlreiche chinesische Arbeiter seien dabei am Sonntag verletzt worden, teilte die chinesische Botschaft auf Facebook mit. Sie forderte die Behörden auf, chinesische Geschäfte und chinesische Staatsbürger zu beschützen. Wer die Feuer gelegt hatte, ist unklar. «Das Militär hat Angst vor der chinesischen Regierung, deshalb will es Eigentum Chinas beschützen, nicht aber die Leben von uns Zivilisten», sagte Nay Min Khant, ein Bürger aus Yangon, der Deutschen Presse-Agentur.

Im früheren Birma hatte sich das Militär am 1. Februar an die Macht geputscht. Seitdem gibt es immer wieder neue Massenproteste. Die Demonstranten fordern die Rückkehr zu demokratischen Reformen und die Wiedereinsetzung der Regierung Suu Kyis. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November klar gewonnen. Sie sitzt im Hausarrest und muss sich wegen verschiedener Vorwürfe vor Gericht verantworten.

Die UN-Sondergesandte für Myanmar, Christine Schraner Burgener, zeigte sich bestürzt über die Tötung von immer mehr Demonstranten und forderte internationale Solidarität mit ihnen. Sie habe persönlich von Kontakten in Myanmar «herzzerreißende Berichte über Morde, Misshandlungen von Demonstranten und Folterungen von Gefangenen» gehört, hieß es in einer Mitteilung. Zahlreiche Fotos in sozialen Netzwerken zeigten trauernde und verzweifelte Bürger, die sich über die Leichen ihrer Angehörigen beugen.

Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar, Tom Andrews, schrieb auf Twitter: «Junta-Führer gehören nicht an die Macht, sie gehören hinter Gitter.» Die Generäle müssten von Finanzmitteln und dem Zugriff auf Waffen abgeschnitten werden. «Ich appelliere an die UN-Mitgliedstaaten, meinem Aufruf zum Handeln zu folgen», so Andrews.

Eine für Montag geplante neue Anhörung Suu Kyis musste derweil wegen fehlenden Internetzugangs auf den 24. März verschoben werden, wie das Portal Eleven Myanmar unter Berufung auf ihren Anwalt Khin Maung Zaw schrieb. Suu Kyi wird bei ihren Anhörungen jeweils per Video dem Gericht zugeschaltet.

Das Militär hatte das Internet zu Wochenbeginn in weiten Landesteilen sperren lassen, das Netz funktionierte etwa in Yangon nur sporadisch. Es war das erste Mal, dass das Internet auch tagsüber blockiert wurde, nachdem es bereits seit Wochen jede Nacht gesperrt wird.

Suu Kyi werden mehrere Vergehen zur Last gelegt, darunter vor allem Anstiftung zum Aufruhr sowie Verstöße gegen die Außenhandelsgesetze und das Katastrophenschutzgesetz des Landes. Bei den ersten beiden Justizterminen durfte sie sich nicht von einem Anwalt vertreten lassen. Suu Kyi hatte in der Vergangenheit bereits insgesamt 15 Jahre im Hausarrest gesessen.

Regierung / Militär / Demonstrationen / Myanmar / Gewalt / Schüsse / Tote / Militär / Myanmar
15.03.2021 · 19:01 Uhr
[17 Kommentare]
FDP Bundesparteitag
Berlin (dpa) - Wolfgang Kubicki ist neuer Bundesvorsitzender der FDP. Der bisherige Vizechef der Liberalen setzte sich beim Bundesparteitag in Berlin in einer Kampfabstimmung gegen die überraschend kandidierende Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit 59,27 Prozent durch. Auf Kubicki entfielen 390 der 658 gültigen Delegiertenstimmen, auf Strack- […] (04)
vor 16 Minuten
Fast 1 Kilometer lang! Taiwan eröffnet die längste einpylonige Brücke der Welt
914 Meter Brücke und nur eine einzige Stütze: Die Danjiang-Brücke in Taiwan bricht einen Weltrekord. Was bislang als unmöglich galt, ist damit Realität geworden – »schuld« daran trägt das Architektenbüro Zaha Hadid Architects (ZHA). Die Planer haben sich von den Zweifeln nicht behindern lassen und konnten ihr Bauwerk sogar erdbebensicher konstruieren. […] (00)
vor 6 Stunden
Kuo: iPhone-Kameramodule werden durch neue Technologie deutlich teurer
Laut dem zuverlässigen Apple-Analysten Ming-Chi Kuo steht bei den kommenden iPhone-Modellen ein kostspieliges Upgrade der Kamerasysteme an. Das neue Objektiv mit variabler Blende, das für das iPhone 18 Pro erwartet wird, soll die Produktionskosten spürbar in die Höhe treiben. iPhone 11 Pro, […] (00)
vor 3 Stunden
Mistfall Hunter zeigt fünf Minuten neues Gameplay – und die Open Beta startet schon im Juni
Bellring Games hat einen ausführlichen Gameplay Deep Dive zu Mistfall Hunter veröffentlicht: Fünf Minuten puren PvPvE-Kampf, die den düsteren Extraction-RPG-Mix aus dreckigen Nahkämpfen, klassenbasierten Fähigkeiten und dem allgegenwärtigen Druck feindlicher Gyldenjäger-Trupps zelebrieren. Noch bevor der Titel im Juli 2026 für PS5, Xbox Series X|S und […] (00)
vor 1 Stunde
Trotz möglicher WM-Konkurrenz: «extra 3» bleibt bei Das Erste
Das Erste hält auch während der Fußball-Weltmeisterschaft an seinem Satiremagazin «extra 3» fest. Am Donnerstag, den 2. Juli 2026, sendet Das Erste um 23.50 Uhr eine neue Ausgabe von extra 3 mit Christian Ehring. Weitere Details zur Sendung liegen derzeit noch nicht vor. Bemerkenswert ist die Programmierung vor allem mit Blick auf die Fußball-WM 2026. Zwar steht das endgültige Sportprogramm […] (00)
vor 3 Stunden
Tennis French Open
Paris (dpa) - Das Tennis-Duell bei den French Open zwischen der Russin Diana Schnaider und der Ukrainerin Oleksandra Olijnykowa ging weit über den Sport hinaus. Das zeigte sich auch in den Pressekonferenzen nach Schnaiders 7: 5, 6: 1-Sieg in der dritten Runde, der kaum eine Rolle spielte. Olijnykowa gab ein emotionales Statement ab und erneuerte ihre […] (00)
vor 3 Minuten
Golfstaaten-Schock: Drohnenanschläge gefährden die 100-Milliarden-Dollar-AI-Vision
Ein Traum gerät unter Druck Die Golfstaaten verfolgten einen ehrgeizigen Plan: Sich als globales Zentrum für Künstliche Intelligenz zu etablieren. Mit staatlichen Investitionen im dreistelligen Milliardenbereichen, hochmodernen Infrastrukturen und günstigen Energiepreisen wollten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Länder der […] (00)
vor 1 Stunde
Redwood AI gibt Absichtserklärung für die potenzielle Übernahme von Quantum.IQ bekannt
Lüdenscheid, 30.05.2026 (lifePR) - Dies ist eine bezahlte Werbung im Namen von Redwood AI Corp. Redwood AI Corp. (WKN: A422EZ | ISIN: CA7579221093),  Redwood oder das Unternehmen, freut sich bekannt zu geben, dass es eine unverbindliche Absichtserklärung (LOI) unterzeichnet hat, um eine mögliche Transaktion zur Übernahme von Quantum.IQ (QIQ), […] (00)
vor 4 Stunden
 
Ilse Aigner (Archiv)
Berlin - Der Partei- und Fraktionschef der Europäischen Christdemokraten, Manfred […] (09)
Höhlenunglück in Laos
Vientiane (dpa) - Die Freude in Laos kennt keine Grenzen: Die vier verbliebenen […] (03)
Irene Mihalic (Archiv)
Berlin - Angesichts des anstehenden Gerichtsverfahrens gegen den früheren […] (00)
Junge Leute mit ihren Smartphones (Archiv)
Berlin - Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hält an Plänen für strengere […] (00)
Boyzone
(BANG) - Boyzone haben betont, dass sie nach ihren letzten Konzerten nächste Woche […] (00)
Wirtschaftliche Auswirkungen extremer Wetterbedingungen Die anhaltende Hitzewelle, […] (00)
Tennis French Open
Paris (dpa) - Novak Djokovic formte mit den Händen ein Herz, streckte dann beide […] (00)
Philips Evnia 32M2N8900P – Immersion, die über den Screen hinausgeht
Philips Evnia  präsentiert mit dem 80 cm (31,5“) Gaming-Monitor  32M2N8900P   […] (00)
 
 
Suchbegriff