Schaeffler im Minus trotz starker Entwicklung im Tagesgeschäft
Der fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler verzeichnete im abgelaufenen dritten Quartal einen deutlichen Anstieg seines Nettoverlusts, der sich auf 287 Millionen Euro belief. Hauptursache hierfür waren Wertminderungen, die durch die Umstellung auf eine Cloud-basierte SAP-Betriebssoftware notwendig wurden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug das Minus 45 Millionen Euro. Zudem belasteten weitere Kosten für den Stellenabbau die Bilanz. Diese Entwicklungen führten dazu, dass die Schaeffler-Aktie nach einer erfolgreichen Phase kräftig einbrach und bis zum späten Vormittag um 4,3 Prozent auf 6,76 Euro fiel.
Die Investment-Expertin Vanessa Jeffriess von der US-Investmentbank Jefferies hob hervor, dass Schaeffler im E-Mobilitätssektor noch Potenzial für Verbesserungen habe. Nach neun Monaten liegt die operative Marge unter der für das Jahr angestrebten Spanne, was auf die Herausforderungen in diesem Bereich hinweist. Trotz dieser Schwierigkeiten profitiert das Unternehmen derzeit von der wachsenden Begeisterung für humanoide Roboter, was die anspruchsvolle Bewertung der Aktie rechtfertigt.
Bemerkenswerterweise hatte Schaeffler bereits zuvor positive Signale für das Tagesgeschäft gegeben und seine Jahresprognose für die freien Finanzmittel nach oben korrigiert. Der Umsatz sank im letzten Quartal um zwei Prozent auf 5,83 Milliarden Euro, was vor allem auf den schwachen US-Dollar zurückzuführen ist. Wechselkursbereinigt ergab sich hingegen ein Umsatzplus von 1,3 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ebit verbesserte sich um 28,1 Prozent auf 264 Millionen Euro, wobei die operative Marge um einen Prozentpunkt auf 4,5 Prozent stieg.
Im Zuge der kürzlich abgeschlossenen Übernahme von Vitesco veräußert Schaeffler dessen Turbolader-Sparte in China, um sich künftig auf Geschäftsbereiche zu konzentrieren, in denen man zu den führenden Anbietern zählt. Die neue strategische Partnerschaft mit Nuera Robotics erlaubt Schaeffler, eine Rolle in der Robotertechnologie zu spielen. Das Unternehmen plant, Schlüsselkomponenten für Roboter zu liefern und humanoide Roboter in der eigenen Produktion zu integrieren. Auch in anderen Bereichen, wie der E-Mobilität und Ersatzteilgeschäft, zeigt sich Schaeffler im Vergleich zur Konkurrenz gut aufgestellt.

