Disney und Epic Games: Gerüchte um eine Übernahme, die Fortnite und Roblox das Fürchten lehren könnte
Stell dir vor: Tony Stark und Yoda landen gemeinsam auf der Fortnite-Insel, während im Hintergrund ein Freizeitpark mit Battle-Pass-Thematik in Planung ist. Klingt absurd? Vielleicht. Aber Gerüchte rund um eine mögliche Übernahme von Epic Games durch Disney klingen erstaunlich konkreter als bislang gedacht – und die Namen dahinter sind keine Unbekannten.
Was der Insider wirklich gesagt hat
Technologiejournalist Alex Heath äußerte sich in einem Podcast von Matthew Belloni zu den kolportierten Plänen und wählte dabei eine ungewöhnlich deutliche Sprache. Er sei sich sicher, dass führende Entscheidungsträger innerhalb Disneys eine Übernahme von Epic Games anstrebten und schlicht auf den richtigen Moment warteten. Gleichzeitig räumte er ein, dass es innerhalb des Unternehmens auch Gegenstimmen gebe. Disney hält bereits einen Anteil am Unternehmen und hat bislang keine offiziellen Aussagen zu einer vollständigen Akquisition gemacht. Epic Games selbst schwieg bisher ebenfalls. Dennoch: Die Spekulation ist nicht aus dem Nichts entstanden, und Heath betonte ausdrücklich, dass Disney bei einem möglichen Verkauf Epics die naheliegendste neue Heimat wäre, unter anderem wegen der Möglichkeiten zur Integration in die Freizeitparks des Konzerns.
Tim Sweeney als entscheidende Variable
Das eigentliche Hindernis bei einem solchen Vorhaben ist weniger eine Frage des Geldes als eine des Willens. Epic Games ist ein gründerkontrolliertes Unternehmen, und Tim Sweeney hält das alleinige Stimmrechtspaket, kann also jederzeit unilateral entscheiden. Sweeney ist bekannt dafür, keine bequemen Kompromisse einzugehen: Sein jahrelanger juristischer Feldzug gegen Apple und Google, um deren App-Store-Praktiken aufzubrechen, war aus Unternehmenssicht alles andere als ein rationaler Schachzug, aber symptomatisch für seine Grundhaltung. Heath formulierte es treffend: Diese Art von Eigensinnigkeit werde Disney auf Abstand halten. Solange Sweeney nicht verkaufen will, passiert nichts, egal wie verlockend die strategische Logik sein mag.
Roblox als gemeinsamer Gegner
Was beide Unternehmen dennoch zusammenbringen könnte, ist ein gemeinsamer Wettbewerber: Roblox. Das Plattformkonzept, bei dem Nutzer selbst Welten bauen, darin soziale Kontakte pflegen und sogar wirtschaftlich aktiv werden, ist vor allem bei Jugendlichen dominant. Epic versucht seit Jahren, Fortnite in eine ähnliche Richtung zu lenken, mit einem offenen, schöpferisch geprägten Ökosystem. Disney wiederum sitzt auf einem der wertvollsten Intellectual-Property-Portfolios der Unterhaltungsgeschichte. Die Kombination aus Fortnite-Infrastruktur, Disney-Charakteren und dem gemeinsamen Ziel, Roblox ernsthaft herauszufordern, wäre nach Einschätzung von Heath die derzeit stärkste denkbare Allianz in diesem Bereich. Auch Bellonis zehnjähriges Kind, das sich über ein Treffen von Tony Stark und Yoda auf der Fortnite-Insel freuen würde, verdeutlicht die emotionale Zugkraft dieser Vision auf plastische Weise.
Finanzdruck und das OpenAI-Kapitel
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Epic Games zuletzt durch erhebliche Entlassungen von über 1.000 Mitarbeitenden in finanzielle Schieflage geriet. Für Disney wäre es riskant, stark in ein potenziell rückläufiges Geschäftsmodell zu investieren. Hinzu kommt, dass Disneys geplante Zusammenarbeit mit OpenAI nach dem Ende von Sora, dem KI-basierten Videogenerierungstool, nicht zustande kam. Das könnte den Konzern empfänglicher für alternative strategische Partnerschaften machen. Ob das letztendlich zur Übernahme von Epic führt, ist offen, aber die Konstellation ist selten günstig gewesen.

