René Benko bleibt in Untersuchungshaft: Wiener Landgericht verlängert Haftdauer
Der Immobilienmagnat René Benko muss weiterhin in Untersuchungshaft bleiben, da das Wiener Landgericht von einer anhaltenden Flucht- und Tatbegehungsgefahr ausgeht. Die Haftverlängerung gilt vorerst bis Anfang Oktober, wie das Gericht mitteilte. Für den 48-jährigen Gründer der insolventen Signa-Gruppe bedeuteten die letzten Monate bereits mehr als ein halbes Jahr in Haft.
Die gegen René Benko ermittelnde österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) untersucht insgesamt 13 verschiedene Verdachtsmomente, darunter Betrug und Untreue. Eine erste Anklage wurde im Juli erhoben; im Kern steht die Vermutung, dass Benko während seiner Insolvenz Vermögenswerte zulasten der Gläubiger transferiert haben könnte. Der hierauf angesetzte Strafrahmen liegt zwischen einem und zehn Jahren Freiheitsstrafe. Der Gerichtsprozess wird in Innsbruck, der Heimatstadt Benkos, stattfinden. Ein Datum hierfür wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben.
Zusätzlich könnte sich eine weitere Anklage gegen Benko abzeichnen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte. Ein Abschlussbericht zu einem weiteren Komplex ist bereits fertiggestellt, wobei die Entscheidung über eine zweite Anklage den höheren Justizbehörden vorbehalten ist. Die Details dieses potenziellen Verfahrens bleiben jedoch unter Verschluss.
In seiner Blütezeit entwickelte Benko in der Niedrigzinsphase ein komplexes Netz von Unternehmen. Seine Signa-Gruppe investierte in prestigeträchtige Immobilienprojekte und Unternehmen wie den Hamburger Elbtower, die Galeria-Warenhausgruppe und das renommierte KaDeWe in Berlin. Schließlich jedoch brachten globale Entwicklungen wie steigende Zinsen, erhöhte Energiekosten und wachsende Baukosten die Unternehmensgruppe ins Straucheln.

