Ukraine-Krieg

Putin droht mit weiteren Eroberungen in der Südukraine

04. Dezember 2025, 16:29 Uhr · Quelle: dpa
Putin reist zu Staatsbesuch nach Indien
Foto: Ashish Vaishnav/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
Putin besucht derzeit das langjährige Partnerland Indien.
Wladimir Putin hat neue Eroberungspläne in der Südukraine verkündet. Friedensbemühungen der USA stoßen auf harte russische Haltung.

Moskau/Neu-Delhi/Washington (dpa) - Während die USA und die Ukraine weiter über Eckdaten eines Friedensplans sprechen wollen, hat der russische Präsident Wladimir Putin mit weiteren Eroberungen in der Südukraine gedroht. Der Donbass und Neurussland würden auf jeden Fall an Russland fallen, sagte der Kremlchef dem Fernsehsender India Today vor einem zweitägigen Staatsbesuch in Indien. Der Kremlchef traf abends (Ortszeit) in Neu-Delhi ein und wurde am Flughafen von Ministerpräsident Narendra Modi begrüßt.

«Entweder befreien wir diese Territorien militärisch. Oder die ukrainischen Truppen verlassen diese Territorien und hören auf, dort zu kämpfen», sagte Putin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Im Moskauer Sprachgebrauch bezeichnet Neurussland historisch den Süden der Ukraine - die heutigen Gebiete Saporischschja und Cherson, die Russland bereits als sein eigen betrachtet, aber auch die Gebiete Mykolajiw und Odessa. 

Schon am Dienstag hatte der Kremlchef damit gedroht, Russland könnte die gesamte ukrainische Südküste erobern. Hintergrund waren ukrainische Angriffe auf russische Tanker im Schwarzen Meer.

Putin würdigt Trumps Vermittlungsversuche

In dem Interview äußerte sich Putin erstmals selbst zu dem Treffen mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner am Dienstag in Moskau. Es seien alle Punkte des vorgestellten US-Friedensplans besprochen worden, aber Moskau sei nicht mit allen einverstanden. Der Kremlchef würdigte die Vermittlungsversuche von US-Präsident Donald Trump für ein Ende des Krieges in der Ukraine, sagte aber: «Es ist keine leichte Aufgabe zu erreichen, dass zwei Konfliktparteien einen Konsens finden.» 

Einem Vorschlag in dem US-Plan erteilte Putin öffentlich eine Absage: Russland wolle nicht in die Siebenergruppe großer Industrienationen (G7) zurückkehren, sagte er. Die Atommacht Russland war 1998 nicht wegen ihrer Wirtschaft, aber wegen ihrer politischen Bedeutung in die Staatengruppe aufgenommen worden. Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 wurde sie ausgeschlossen. Der US-Plan schlug vor, die Gruppe wieder zur G8 zu erweitern.

Neue Verhandlungsrunde USA-Ukraine in Florida

Nach US-Medienberichten wollen der Sondergesandte Witkoff und Trumps Schwiegersohn die ukrainischen Unterhändler heute in Miami in Florida über ihren Besuch im Kreml unterrichten. 

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte neue Gespräche in Aussicht. «Wir bereiten Treffen in den Vereinigten Staaten vor», sagte er am Mittwochabend in einer Videobotschaft. Demnach soll eine Delegation um den Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, und Generalstabschef Andrij Hnatow die Gespräche führen.

Kiewer Militär dementiert russische Erfolgsmeldungen

Während Moskau angesichts der US-Bemühungen seine Gesprächsbereitschaft betont, hat sich in der Sache nichts an der harten russischen Haltung verändert. Putin sieht sich bestärkt durch das langsame, aber stetige Vorrücken seiner Armee im Osten in der Ukraine. Allerdings wies die Kiewer Militärführung erneut russische Erfolgsberichte zurück - auch bei der von Moskau für erobert erklärten Stadt Pokrowsk im Gebiet Donezk. 

«Ukrainische Einheiten halten den nördlichen Teil von Pokrowsk weiter», schrieb Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj bei Facebook. Der weitere russische Vormarsch und eine Umgehung von Pokrowsk und der Nachbarstadt Myrnohrad werde aufgehalten. Der Generalstab dementierte auch russische Erfolge nördlich der Stadt Huljajpole im Gebiet Saporischschja. 

Ebenso falsch nannte die ukrainische Armee Moskauer Behauptungen, die Stadt Wowtschansk in der Region Charkiw nahe der russischen Grenze sei erobert. «Alle Versuche des Gegners, in Wowtschansk seine Flagge zu hissen, enden gleich: Sie werden getötet», sagte der Vize-Kommandeur des 16. Armeekorps, Oberst Iwan Kolontaj.

Putin besucht Partnerland Indien

Putins Besuch im langjährigen Partnerland Indien ist der erste seit der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als dreieinhalb Jahren. Nach einem privaten Abendessen werden Modi und der Kremlchef am Freitag zum 23. indisch-russischen Gipfeltreffen zusammenkommen. Im Vordergrund stehen die bilateralen Beziehungen in den Bereichen Handel, Energie und Verteidigung. 

Beide Atommächte streben einen Ausbau ihrer «besonderen und privilegierten strategischen Partnerschaft» an. Geplant ist nach Angaben Moskaus die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung und einer Reihe politischer und wirtschaftlicher Dokumente.

Indien hat historisch gewachsene gute Beziehungen zu Russland. Neu-Delhi unterhält aber auch gute Beziehungen zu westlichen Ländern, die wegen eines immer aggressiver auftretenden Chinas und des Wirtschaftspotenzials auf dem Subkontinent enger mit Indien zusammenarbeiten wollen. Zum Krieg in der Ukraine hat sich Indien bisher neutral verhalten.

Großabnehmer von russischem Öl

Indien gehört zu den größten Abnehmern von russischem Öl, auch bezieht das Land einen Großteil seiner militärischen Ausrüstung aus Russland. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Öls finanziert Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine, dessen Beendigung Modi immer wieder gefordert hat.

Konflikte / Krieg / Ukraine / Russland / USA / Indien
04.12.2025 · 16:29 Uhr
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